Ich hab im letzten Artikel Lyndon LaRouche erwähnt und möchte nun noch etwas zur Geldpolitik schreiben, mit Gedanken, die ich zum Großteil auch aus Alan Watts’ “Does it matter?” entnommen habe.
Lyndon Larouche beschäftigt sich ja wie gesagt mit Wirschaftspolitik und kämpft dafür, dass das jetzige monetäre System, welches (vor allem in den USA) fast nur noch auf Spekulation basiert, durch eines ersetzt wird, welches stabil ist und wirklich dem Reichtum entspricht der da ist. Geld ist nämlich eigentlich in der gleichen Kategorie wie Zentimeter oder km/h. Es ist eine Maßeinheit für Reichtum. Und wenn man sagt “Wir sind arm, kein Geld mehr da!” ist das ungefähr so, wie wenn ich zur Baustelle komme und der Chef mir sagt “Sorry, keine Arbeit heute. Wir haben keine Zentimeter mehr.” “Hä?!? Wir haben doch alle Rohstoffe, da, Zement, Metal, Holz, die Maschinen, sogar Maßbänder!” “Tja, verstehst halt nicht, wie das Geschäft läuft. Uns sind die Zentimeter ausgegangen.” So absurd das klingt, aber genauso läuft es mit Geld auch.
Ein anderes amüsantes Beispiel ist, dass du, wenn du eine Erzmine findest und das Erz schürfst auch keine “tausend Tonnen” beantragen musst, um dem Erz ein Gewicht zu geben. Und so ist es auch mit Reichtum. Der kommt vollkommen ohne Geld aus.
Eine Gesellschaft, der das klar ist, würde nie darauf kommen, eine Wirtschaft auf Spekulation laufen zu lassen. Was für ein Blödsinn ist das auch! Man spekuliert, dass man auf einmal mehr Zentimeter hat als vorher und kann dann Zentimeter verlieren. Und nicht Zentimeter von irgendwas, sondern wirklich nur die abstrakte Maßeinheit.
Natürlich steckt dahinter die Verabredung, dass jeder nur so viel Zentimeter bauen kann, wie er zugeteilt bekommt, damit jeder was zu tun bekommt. Das ist also eine soziale Institution, ein “agreement”. Aber das ist nur sinnvoll, so lange man als Gesellschaft nicht so viel hat, wie man eigentlich braucht. Hat man mehr, wird das System unnötig und man kann bauen nach Lust und Laune. Die Arbeitslosigkeit ist ein künstliches Problem, welches auch aus der Verwechslung von Reichtum und Geld hervorgeht. Ist doch toll, wenn wir nicht mehr so viel arbeiten müssen und Maschinen haben, die den Job übernehmen. Mehr Freizeit! Das heißt Zeit für Spiel, für Kreativität, für Entdeckungen und Entwicklungen, für all die Dinge, die wir nicht machen, weil wir damit nicht genug Geld verdienen, die uns aber wirklich am Herzen liegen.
Für genauso blödsinnig halte ich die Bezeichnung “Staatsschulden” für das Geld, was der Staat generiert um seine Ausgaben zu decken. Der Staat kann das, denn von ihm geht überhaupt aus, dass es Geld gibt, er definiert die Norm. Und er wird davon so viel schaffen, wie gebraucht wird. Inflation ist auch nur ein Problem, so lange wir denken, dass unser Reichtum schwindet, wenn das Geld weniger wert wird. Das ist aber nicht so. Es ist absolut egal für die Rohstoffe, die Expertise, die Geräte und Nahrungsmittel, wie viel Geld da ist oder nicht. Sie bleiben genauso nutzbar wie vorher.
Eine Alternative könnte sein, dass alles Geld abgeschafft wird und jeder eine Kreditkarte mit Grundeinkommen bekommt. Wer möchte kann darüber hinaus mehr verdienen in der speziellen Art und Weise, die er wählt. Es ist aber nicht notwendig. Jeder bekommt genug zu essen, Kleidung, Behausung, Computer, Dinge die notwendig sind um seiner Vision, seiner Berufung zu folgen. Soweit ich weiß, gibt es einige Ideen zu alternativen Geldsystemen. Kennt ihr noch welche?
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