Seit genau vier Jahren spielt die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) in meinem Leben eine ziemlich große Rolle. Die Art und Weise hat sich entwickelt, der Stellenwert ist derselbe geblieben. Sie ist für mich Praxis zur Ordnung meiner Empfindungen, Wünsche, Hoffnungen und Enttäuschungen. Hauptgewinne sind für mich dabei mehr Autonomie, mehr Bewusstheit, mehr Tiefe zwischen mir und anderen Menschen, mehr Flexibilität, weniger Angst, mehr Mut und eine gute Beziehung zu dem was ist. Das klingt nach einer Menge und das ist auch eine Menge. Ich habe große Mühe mir vorzustellen, wie mein Leben ohne das aussähe. Sicher nicht nur schlechter aber doch sehr anders.
Ich verstehe die GfK als destillierte Weisheit aus humanistischer Psychologie und den Weltreligionen, zusammengefasst in ein paar Schlüssel-Unterscheidungen. Begonnen hat der Entwickler Marshall Rosenberg mit der Frage, was der Unterschied zwischen Menschen ist, die lächeln, wenn sie jemanden treten, der am Boden liegt und anderen, die lächeln, wenn sie jemandem ein Geschenk machen oder zuhören. Auf seiner Reise zu einer plausiblen und ermächtigenden Antwort hat er Psychologie studiert und als Therapeut gearbeitet, ohne aber damit zufrieden zu sein. Denn in seiner Arbeit mit Carl Rogers wurde ersichtlich, dass Authentizität und empathisches Zuhören die wichtigsten Faktoren für heilsamen Kontakt zwischen Menschen sind und er fragte sich, wieso wir uns dann nicht immer so behandeln. In seiner Arbeit als Therapeut fiel ihm auf, dass es immer die gleichen Muster waren, die dem im Wege standen. Das hat seine Aufmerksamkeit auf Sprache als Ausdruck eines Bewusstseins gelenkt, welches diesen Kontakt ermutigt oder hemmt. Und von da an wollte er auf größerer Ebene tätigt sein und nicht nur als Therapeut den Dreck wegmachen, den viele Strukturen unserer Gesellschaft hinterlassen, so nützlich sie auch einmal gewesen sein mögen und auch heute noch sind.
Heute gibt Marshall Rosenberg Trainings in mehreren Teilen der Welt. Er ist schon oft als Mediator in Krisengebieten tätig gewesen und schreibt zur Zeit an einem Buch mit dem Titel „Social Change“.
Mein Anfang
Als ich vor vier Jahren darauf stieß, kam ich gerade von einem dreimonatigen Praktikums-Aufenthalt in Vermont, USA zurück. Ich hatte dort in einer Residenz für psychisch als krank diagnostizierte (Schizophrenie, bipolare Störung, Zwangsneurosen etc.) gearbeitet und hatte schon seit einiger Zeit die Frage im Herzen, was es wohl wäre, auf das man bei jedem Menschen zählen könnte, egal welcher Kultur und Herkunft. Was verbindet uns alle? Ich malte mir aus, dass ich eines Tages ein Buch mit dem Titel „Die psychologische Konstante“ darüber schreiben würde. Mein Aufenthalt in Vermont trug dazu bei, indem ich dort zum ersten Mal ganz weit weg von Europa war und immer noch die gleichen menschlichen Probleme antraf. Also musste da etwas dran sein und das bereitete mich auf die GfK vor. Einen wesentlich größeren Einfluss hatte aber die Tatsache, dass meine damalige Freundin, die zu der Zeit in Bangladesh war, am 26. Dezember 2004, dem Tag, an dem der Tsunami stattfand, der sie glücklicherweise nicht betraf, unsere Beziehung beendete. Mir war der Boden unter den Füßen weggezogen, ich war unglaublich verzweifelt und traurig. Ich hab es allerdings nie akzeptiert sondern mir geschworen, sie zurück zu bekommen, sofern ich denn kann. Als ich dann nach Deutschland zurück kam, bin ich als Praktikant nochmal an die Schule gegangen, an der ich Abitur gemacht hatte, genau genommen als Streitschlichter. Eine Lehrerin an der Schule bietet jedes Jahr Schülern eine Ausbildung dazu an, das hatte ich in meiner Schulzeit mitgemacht. Und ich mochte das, weil ich mich darin als kompetent erlebte. Im Laufe dieser Arbeit hat eine Lehrerin mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass Marshall Rosenberg in Köln einen Vortrag hält und ich bin hingegangen. Ich war müde, aber ich hatte noch den frischen neuen Mut, den es bringt, wenn man im Ausland war und alles anders machen will als vorher.
In diesen drei Stunden Vortrag hat Rosenberg mich verzaubert… ja, so könnte man es nennen. Er hat genau die Dinge angesprochen, die schon in meinem ganzen Leben schmerzhaft waren und er hat wirklich plausible andere Wege aufgezeigt. Er sprach davon, wie man sich selbst und andere unglücklich machen kann, wenn man wirklich will, indem man sich fragt, was man selbst und andere falsch gemacht haben. Noch unglücklicher kann man sich machen, wenn man die Frage beantwortet. Und noch unglücklicher wenn man die Antwort ausspricht. Kein Mensch hat je gesagt „Ich fühle mich so geborgen bei meinem Partner, weil er/sie so gut meine Fehler analysieren kann.“ Und über Strafe und Belohnung hat er gesprochen als Wege, die Sache noch schlimmer zu machen, da sie Menschen nicht dazu ermutigen, sich vorzustellen, welchen Einfluss die eigenen Handlungen auf das Wohlergehen anderer haben, sondern lediglich auf das eigene. Und man vergisst dabei, dass das Wohlergehen anderer mit dem eigenen stark zusammenhängt.
Dann hat Rosenberg ein Lied gesungen. Er nahm seine Gitarre heraus und erklärte, dass jeder Mensch, der zu etwas Nein sagt, im Herzen dieses Lied singt:
See me beautiful
Look for the best in me
That’s what I really am
And all I want to be
It may take some time
It may be hard to find
But see me beautiful
See me beautiful
Each and every day
Could you take a chance
Could you find a way
To see me shining through
In everything I do
And see me beautiful
In dem Moment standen mir Tränen in den Augen. Und mir wurde schlagartig klar, dass es das war, was zwischen mir und meiner damaligen Ex-Freundin stand. Sie sagte Nein dazu, die Beziehung weiter zu führen und wollte in der Schönheit dessen, was sie damit schützen oder erschaffen wollte, gesehen werden. Und ich sagte Nein dazu, die Beziehung aufzugeben und wollte ebenfalls in dieser Schönheit verstanden werden. Das gab mir eine Menge Hoffnung. Es war eine Alternative zu all den statischen Ideen die sagten „Wenn sie nicht will, dann will sie nicht.“ oder „Vielleicht passen wir nicht zusammen“ oder „Es ist bestimmt zu spät.“ oder ähnliches.
Das allein sorgte dafür, dass ich in dem Moment die Entscheidung traf, dass ich das lernen und es meistern muss. Wenn ich irgendwann einmal den Wert, etwas zu lernen, erkannt und erlebt habe, dann da.
Um das kurz abzuschließen, etwa einen Monat später kam meine Ex-Freundin zurück und etwa einen Monat darauf waren wir wieder zusammen. Ich war sehr vorsichtig und behutsam, um sie nicht zu erschrecken, sondern ich unterhielt mich mit ihr und redete darüber, was mir wertvoll ist und was ihr wertvoll ist. Irgendwann fragte ich gerade heraus, was es wäre, was sie konkret anders möchte als vorher, wenn wir wieder zusammen wären. Das klärten wir und ein paar Tage später gab sie mir den ersten Kuss auf den Mund seit langem…
Ein gutes Jahr später bröckelte es dann wieder und das hatte wohl zu einem großen Teil damit zu tun, dass ich die GfK mit Eifer lernte und verfolgte und mir wünschte, sie täte das gleiche. Sie war aber nicht in dem Maße bereit dazu und das sorgte für Spannungen, mit denen ich damals nicht umzugehen wusste. Wir sind jetzt seit etwa 2 ½ Jahren nicht mehr zusammen.
Ich glaub, dieser Kontext hat mir das Potenzial erst offen gelegt, das in der GfK steckt, darum erzähle ich davon.
Vier Unterscheidungen
Worum geht es eigentlich? Für mich ist die GfK ein Hilfsmittel, eine Struktur, die mir Orientierung gibt, wenn es Konflikte gibt. Und zwar können das Konflikte in mir selbst sein und Konflikte zwischen mir und anderen, zwischen Gruppen und Nationen. Ganz egal, überall wo Menschen sind, hakt es an den gleichen Eckpunkten. Die GfK hilft dann dabei ein Bewusstsein für all die verschiedenen Positionen und ihre guten Absichten zu schaffen. Dieses Bewusstsein erlaubt, dass alle berücksichtigt werden. Wenn alle berücksichtigt werden entsteht der natürliche Wunsch, großzügig zu sein, es macht dann Freude zu geben. Der Schutz davor, seine Position aufgeben zu müssen wird somit unnötig, da die Position gehört, in ihrer Wichtigkeit bestätigt und in die Lösung miteinbezogen wird. Das schafft eine wunderbare Verbindung, mit deren Energie man sehr weit kommen kann.
Die Eckpunkte, an denen es immer wieder hakt, sind vier Verwirrungen, die man mit den folgenden Unterscheidungen klären kann:
Beobachtung vs. Bewertung
Gefühl vs. Gedanke
Bedürfnis vs. Strategie
Bitte vs. Forderung
Laut der GfK sind die Beobachtung, das Gefühl, das Bedürfnis und die Bitte die vier Informationen, die man voneinander braucht um in einer bestimmten Situation so in Kontakt zu kommen, dass es Freude macht, zu geben. Aber bevor man das über sich preisgeben oder aus der Aussage eines anderen heraus filtern kann, muss man überhaupt wissen, was damit eigentlich gemeint ist. Und an welcher Stelle es eben zu Verwirrungen kommen kann. Ich gehe das mal nacheinander durch.
Beobachtung und Bewertung
Mit Beobachtungen meine ich Beschreibungen der ganz konkret wahrnehmbaren Dinge in der Außenwelt, auf die sich jeder einigen kann, z.B. „Sie kam herein und setze sich auf den Stuhl, blickte dabei auf den Boden.“ Es sind sichtbare Handlungen und Zitate. Im Denken und in der Kommunikation zwischen mir und anderen sind diese Beschreibungen aber sehr häufig nicht klar davon getrennt, wie ich die beschriebene Situation bewerte. Ich kann mich z.B. häufig gut daran erinnern, wie ich das Verhalten von einer anderen Person fand, aber selten weiß ich noch was sie genau getan hat, getrennt davon wie ich es finde. Das aber ist total wichtig, wenn man mehr Offenheit und Vertrauen sucht, denn so lange ich Beobachtung und Bewertung nicht trennen kann, halte ich das, was ich über das Beobachtete denke für das, was wirklich passiert ist. Vermischt mit Bewertungen sähe die obige Aussage vielleicht so aus: „Sie schlurfte kalt und abweisend durch die Tür und lies mich mit ihrem abgewandten Blick wissen, wie wenig sie mich leiden konnte.“
Nun, es könnte sogar sein, dass sie sich in meiner Gegenwart gar nicht wohl fühlt. Und noch viel mehr, es könnte sein, dass ICH mich nicht wohl fühle. Aber wenn ich Beobachtung und Bewertung vermische, dann verwische ich die Verantwortung für das Getane und das Gefühlte. Und wieso es wichtig ist, das auseinander zu halten, mache ich noch im weiteren klar.
Gefühl und Gedanke
Gefühle spüre ich in meinem Körper, ich kann sie sehr oft sogar recht gut lokalisieren – in der Stirn, in der Kehle, Magen und Bauchgegend, selten in den Zehen
Sprachlich gibt es oft eine Verwechslung zwischen Gefühlen und Gedanken, weil man Gedanken auch mit dem Wort „Ich fühle…“ ausdrücken kann. Wenn ich aber sage „Ich fühle, dass du mich nicht magst.“ habe ich damit noch nichts über mein Gefühl ausgedrückt. Ich habe eher gesagt, was ich denke, was mein Gegenüber von mir denkt. Es ist eine Interpretation, nicht mein Gefühl. Dasselbe gilt für „Ich fühle mich angegriffen, betrogen, bedroht, verraten, missverstanden etc.“ All diese Worte implizieren, dass es jemand anderes ist, der mir das antut. Jemand verrät mich, betrügt mich, greift mich an. Und es ist seine Absicht, das zu tun.
Das könnte sogar stimmen. Aber es ist wie gesagt eine Interpretation, kein Gefühl. Wenn ich denke, ich würde angegriffen, fühle ich wahrscheinlich Angst, vielleicht auch Wut oder Überraschung. Auf sprachlicher Ebene kann man den Unterschied gut mit der Formulierung „Ich bin…“ überprüfen. Wenn ich „Ich bin ängstlich…“ sagen kann, ist es ein Gefühl. „Ich bin angegriffen“ klingt nicht so stimmig.
Auch hier ist die Unterscheidung wichtig, weil es um die Verantwortung für das Getane und das Gefühlte geht. Was andere tun, unterliegt ihrer Kontrolle und ist von daher ihre Verantwortung. Was ich fühle… hat mit dem folgenden Aspekt zu tun.
Du kannst nichts tun, was du nicht für gut hältst
Ein Satz aus meinem Philosophie-Unterricht an der Schule ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben: „Du kannst nichts tun, was du nicht für gut hältst.“ Ich finde, das ist ein Satz, der einen genauso beschäftigen kann, wie die Frage, was passiert, wenn ich einschlafe und nie mehr aufwache, oder wie es ist, auf zu wachen, nachdem ich nie zuvor eingeschlafen bin (Geburt und Tod also). Man dreht und wendet ihn und kann sich einfach nichts anderes vorstellen. Egal was ich tue, die Perspektive, die ich in dem Moment einnehme, in dem ich etwas tue, zeigt mir, dass es einen Wert hat. Wenn es den nicht hat, mache ich es nicht.
Davon ausgehend bin ich einer Meinung, wenn Marshall Rosenberg sagt, dass alles was Menschen tun, immer den Sinn hat, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen. Und diese Bedürfnisse sind alle lebensbejahend, sie stellen eine Qualität, einen Wert im Leben dar. Sie sind sowohl der Maßstab, anhand dessen ich bewerte, ob mir etwas gefällt (erfüllt es meine Bedürfnisse oder nicht?) als auch die Führung in mir, die mich anleitet, etwas zu tun und zu handeln. Und zwar egal, ob ich das so bewusst wahrnehme oder so nenne – jeder wird seine eigene Sprache dafür haben und ich benutze, wenn ich mit mir selbst rede, nicht einmal das Wort „Bedürfnis“.
Bemerkbar machen sich meine Bedürfnisse über meine Gefühle. Sind meine Bedürfnisse erfüllt fühle ich mich leicht, fröhlich, erfüllt, zufrieden, gerührt, lustvoll oder ermutigt. Sind meine Bedürfnisse nicht erfüllt, fühle ich mich ängstlich, niedergeschlagen, ratlos, wütend, träge, unsicher, hasserfüllt oder betroffen. Gefühle sind demnach ein Signal meiner Bedürfnisse und das bedeutet, dass was ich fühle von der Erfüllung meiner Bedürfnisse abhängt und nicht davon, was andere tun. Was andere tun kann meine Bedürfnisse erfüllen oder nicht, aber andere tun es ausgehend von dem was sie wissen. Da niemand so genau weiß was ich fühle wie ich, ist es an mir, mitzuteilen, was in mir los ist. Und selbst, wenn ich es sage oder irgendwie anders mitteile, werden andere auch noch ihre eigenen Bedürfnisse berücksichtigen wollen und nur mit Freude geben, wenn es auch ihre Bedürfnisse erfüllt. Bei all diesen Bedingungen ist es zuweilen ein Wunder, dass erfüllendes Geben überhaupt stattfindet.
Bedürfnis und Strategie
Die Verwirrung, die hier das größte Unheil stiftet ist die Verwirrung von Bedürfnissen und Strategien. Mit letzterem meine ich konkrete Handlungsweisen, die zum Zweck haben, ein oder mehrere Bedürfnisse zu erfüllen. Sie haben meistens Bezug zu einer Person, Ort, Zeitpunkt, Handlung und/oder einem Objekt. Auf Englisch ergibt das „PLATO“ (person, location, action, time, object). Wenn Plato auch nur zu einem Buchstaben anwesend ist, ist es eine Strategie. Bei Bedürfnissen hat Plato nichts zu suchen. Sie sind grundsätzlich formlos und nicht konkret definiert.
Jeder wird seine eigene Sprache für das haben, was er wirklich wertvoll im Leben findet, aber hier sind ein paar Grundbegriffe, als Ausgangsbasis für ein Bedürfnisvokabular: alles was der Körper braucht (Nahrung, Wasser, Ruhe, Schutz, Wärme/Kühlung, Schlaf, Sex), Sicherheit, Gemeinschaft und Kontakt zu anderen, Intimität, Empathie und Verständnis, Spaß und Spiel, Erholung, Autonomie und Sinn, also etwas wertvolles zum Leben anderer beitragen können.
Ich würde sagen, dass diese Bedürfnisse für jeden wichtig sind. Sicher nicht alle gleichzeitig und in denselben Situationen, aber ich gehe davon aus, dass jeder das kennt. Was allerdings sehr verschieden sein kann sind die Strategien. Während ich z.B. kein Fleisch oder Fisch esse, um mich zu ernähren, sagte gestern ein Freund noch zu mir, dass er ohne Fleisch nicht „könne“. Während ich Freude am Kontakt zu einem bestimmten Mädel finde, habe ich andere sagen hören, dass sie sie für ungenießbar halten. Während mein Vater sich erholt, wenn er Klavier spielt, erhole ich mich, während ich für mich alleine bin und für Stille sorge. Meine Mutter trägt gerne etwas wertvolles bei, indem sie Reisen für andere Leute plant. Ich trage gerne bei, indem ich jemandem zuhöre, der Empathie braucht und ihm dabei helfe, sich über seine Situation und seine Möglichkeiten bewusst zu werden. Strategien bauen auf dem auf, was ich schon weiß und was ich entwickelt habe (wie z.B. die Kunst Klavier zu spielen), ich kann sie lernen und kennen lernen. Bedürfnisse begleiten mich seit der Geburt, durch die Gefühle hindurch. Es gibt keinen Moment, an dem ich sie nicht habe, da es keinen Moment gibt, an dem ich nichts fühle. Ob ich sagen und unterscheiden kann, was ich fühle und was mein Bedürfnis ist, ist eine andere Sache. Das wäre wieder eine Strategie und die entwickelt sich. Das was formlos immer schon in mir ist und sich in Gefühlen ausdrückt, ändert sich nicht und ist universell.
Bedürfnisse von Strategien unterscheiden zu können ist deswegen so wichtig, weil jedes Bedürfnis durch potentiell unzählige Strategien erfüllt werden kann. Wenn ich meine Strategien für meine Bedürfnisse halte und z.B. sage „Ich muss aber jetzt Gitarre spielen!“ während mein Bruder die Gitarre auch gerade haben will, entgehen mir all die anderen Möglichkeiten, für das Bedürfnis hinter dem Gitarre spielen zu sorgen. Ich spiele z.B. Gitarre, wenn ich Spaß haben will und wenn ich Lust hab, kreativ zu sein und was Neues zu schaffen, oder einfach nur meine Stimme zu benutzen. Also geht es darum, Spaß zu haben und mich kreativ ausdrücken zu können. Das ist mir daran wichtig. Jetzt will mein Bruder die Gitarre haben, um seiner Freundin ein Ständchen zu singen und ihr eine Freude zu machen. Und er will das jetzt machen, weil sie ab morgen für drei Monate in Schanghai sein wird und er dann keine Chance mehr dafür sieht. Er könnte auch ohne Gitarre singen, aber mit wäre es schöner. Was machen wir jetzt?
Wenn ich Bedürfnis und Strategie nicht auseinander halte, habe ich keine Aufmerksamkeit dafür, dass ich ihm die Gitarre geben UND meine Bedürfnisse nach Spaß und Kreativität erfüllen kann. Ich könnte z.B. noch etwas für das Magazin für Lebenslust schreiben, wenn Gabi mich lässt. Oder ich könnte eine Rhumba-CD einwerfen und ein wenig tanzen, was ich schon länger nicht mehr gemacht habe. Oder ich könnte ein Bild von der Frau heraussuchen, deren Augen mich verzaubert haben und eine Skizze von ihrem Gesicht anfertigen. Und das alles in dem Wissen, dass ich meinem Bruder damit eine Gelegenheit gebe, etwas Wertvolles zum Leben seiner Freundin beizutragen.
Von entweder oder zu und
Jetzt hab ich die Situation natürlich noch recht optimal beschrieben. Denn zum einen weiß ich, was die gute Absicht meines Bruders ist, zum anderen sehe ich auch meine eigene gute Absicht: das Leben schöner machen, indem wir uns um die Bedürfnisse kümmern, die eben gerade spürbar sind. Viel schwieriger ist das, wenn man diese beiden Aspekte nicht kennt. Je besser ich mich kenne und weiß, worum es mir in einer Situation geht, desto besser kann ich mir auch vorstellen, wie das für andere ist. Wenn ich mich nicht kenne, meine gute Absicht nicht sehe, werde ich ähnlich verurteilend gegenüber anderen sein. Und in der Situation mit meinem Bruder hätte es auch sein können, dass sein Wunsch, die Gitarre zu haben bei mir Angst und Abwehr ausgelöst hätte, weil ich zunächst mal sicher stellen will, dass meine Bedürfnisse zählen und nicht übergangen werden – sei es von ihm, oder, noch viel wichtiger, von mir selbst. Da wäre ich dann nur heraus gekommen, indem ich einfühlsam und aufmerksam nachgeforscht hätte, was meine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse sind zur Situation. Im Idealfall könnte ich das mit der Hilfe meines Bruders tun, meistens mach ich das aber für mich selbst. Hab ich die Aufmerksamkeit für mich, die ich brauche, hab ich Luft frei für die Perspektive meines Bruders und kann sie schließlich zu einer Perspektive verbinden, die für beide passt. Auf Empathie komme ich aber gleich noch zu sprechen.
Bedürfnisse und Strategien auseinander zu halten, erlaubt also aus einer Entweder-oder-Situation eine Und-Situation zu machen. Es löst die Knappheit auf, aus der heraus schon Kriege angezettelt wurden und auf der jeder Konflikt basiert. Und die Knappheit, die am meisten Schmerz verursacht ist eine Knappheit der Wahrheit. Nehmen wir nur die Frage „Wer hat ein Recht auf die Gitarre?“ Wie lange und schmerzhaft kann ein Kampf um den Sieg in dieser Frage sein? Und was gewinnt man dabei? Die beste Möglichkeit ist ein einsamer Sieg mit dem Preis eines Bruders, der mich bei der nächsten Gelegenheit spüren lassen wird, wie es ist, wenn einem gesagt wird, man hätte kein Recht darauf zu bekommen, was einem gut tut.
Diesen Konflikt um die Knappheit der Wahrheit kann ich nicht lösen, nur auflösen. Wie? Indem ich mehrere Perspektiven hinzunehme und berücksichtige. Konkret bedeutet das, zu besprechen und anzuerkennen, wie die Gitarre zur Erfüllung meiner und seiner Bedürfnisse unterschiedlich beitragen könnte. Muss dieser Wert nicht mehr verteidigt werden, kann ich loslassen und mich für andere Möglichkeiten öffnen, ohne Respekt vor mir selbst zu verlieren. Und wenn mein Bruder dieselbe Sicherheit und Akzeptanz spürt, kommt er vielleicht sogar zu dem Schluss, dass es ein größerer Beitrag wäre, mir die Gitarre zu überlassen und seiner Freundin auf andere Weise eine Freude zu machen. Ich hab das schon erlebt und meistens ergibt sich dann von alleine ein Gefühl dafür, wo die meiste „Energie“, das größte Potenzial ist, das Leben schöner zu machen. Daran orientieren sich dann alle, die dabei sind.
Bitte und Forderung
Die letzte Unterscheidung könnte für diese Beispiel-Situation ebenfalls eine große Rolle spielen. Es geht darum, den Unterschied zwischen einer Bitte und einer Forderung zu verstehen. Eine Bitte ist zunächst mal dasselbe wie eine Strategie. Es geht darum etwas ganz konkretes zu tun oder zu sagen, zum Zweck der Erfüllung eines Bedürfnisses. Um effektiv zu sein müssen Bitten möglichst machbar und Gegenwarts-bezogen sein. Je vager, desto schwieriger und desto missverständlicher werden sie auch. Abgesehen davon müssten sie positiv formuliert werden, nicht negativ. Also sag was du willst, nicht was du nicht willst, und die Wahrscheinlichkeit, dass du es bekommst, steigt enorm an.
Der Unterschied zwischen Bitte und Forderung liegt nicht in der Wortwahl (das Zauberwort macht noch keine Bitte), auch nicht notwendigerweise im Tonfall (auch wenn der meist sehr aufschlussreich ist). Der Unterschied liegt im Bewusstsein und in der Anzahl Perspektiven, die man zu berücksichtigen bereit ist. Wenn ich etwas fordere, sagen wir eine Gehaltserhöhung, dann ist meine Aufmerksamkeit nur darauf, wie das mein Leben verbessert oder verändert. Aus diesem Bewusstsein heraus werde ich vermutlich bereit sein, den anderen zu manipulieren oder unter Druck zu setzen, um genau das zu bekommen, was ich will. Ich habe kein Bewusstsein dafür, wie es sich für meinen Chef anfühlt, wenn er meiner Forderung nachkommt und was er vielleicht brauchen könnte. Ich will einfach nur, dass er es tut, egal was es ihn kostet.
Persönlicher wird es, wenn ich so z.B. mit meiner Freundin umgehe. Als ich wollte, dass meine damalige Freundin sich mehr mit GfK beschäftigt, als sie es tat, hatte ich nur eine ungefähre bis gar keine Ahnung davon, warum mir das so wichtig war. Noch weniger konnte ich mir vorstellen, was es für sie bedeuten könnte. Und wenn ich dann eine offene Forderung daraus mache, indem ich ihr z.B. sage, sie sei Schuld, wenn es mir nicht gut geht, denn sie könnte ja GfK lernen und dann wäre alles besser – dann zeigt das sehr deutlich, dass ich wenig Aufmerksamkeit dafür hab, wie es ihr geht. Das ist nicht böse von mir gemeint. Ich tue, was ich kann unter den gegebenen Bedingungen. Aber für Vertrauen sorgt es nicht, denn wenn sie merkt, dass ich sowohl ihre als auch meine Bedürfnisse berücksichtigen will, erlaubt ihr das, sich zu öffnen und mehr sie selbst zu sein. Denn dann weiß sie, dass das in meinem Interesse ist und ich sie auch dann noch liebe und verstehe. Und das muss so sein, wenn ich die Art von erfüllendem Geben und Empfangen möchte, für das die GfK gedacht ist.
Es kann gut sein, dass ich eine Bitte ausspreche und die Person, mit der ich spreche, versteht sie als eine Forderung. Entweder sie macht dann zähneknirschend, worum ich gefragt habe, oder sie sagt einfach Nein. Ob meine Bitte wirklich eine war, macht sich besonders an diesem Punkt bemerkbar. Denn ich könnte meine Bitte verteidigen, oder den anderen unter Druck setzen, ihm drohen, oder ihn mit einer Belohnung ködern. Ich könnte dem anderen sagen, was für ein Idiot er ist, oder wie toll er wäre, wenn er täte, worum ich gefragt habe. Egal was es ist, nichts davon demonstriert, dass ich auch nur ein Quantum an Vorstellung davon habe, wie die Situation von seiner Perspektive aus aussieht und dass ich danach überhaupt suche. Und das macht es zu einer Forderung.
Wenn es wirklich eine Bitte ist, werde ich an dem Punkt neugierig sein zu erfahren, was der Hintergrund des Neins ist. Durchaus auch aus der Hoffnung heraus, dass mein Bedürfnis noch so erfüllt werden kann, wie ich es mir schön vorstelle, aber das ist nicht die Priorität. Ich möchte das nämlich nur, wenn der andere dabei nicht verliert, sondern es auch für ihn ein Gewinn ist. Und wenn es mir gelingt, das verständlich zu machen, habe ich das Vertrauen des anderen gewonnen und er weiß, dass es eine Bitte war. Und je häufiger das in unserem Kontakt passiert, desto mehr Vertrauen wird es geben und desto schneller wird auch klar, was Sache ist, so dass wir leichter in den Fluss von erfüllendem Geben und Empfangen kommen können – Ehrlichkeit und Vertrauen machen einfach alles leichter.
Soweit die vier Unterscheidungen. Ich hab bisher keinen Konflikt erlebt, an dem nicht mindestens eine davon unklar war, wenn nicht alle vier. Oft hakt es schon an der Vermischung von Beobachtung und Bewertung. Man kann sich Jahrzehnte lang darüber streiten ob jemand ein Großmaul ist, ohne je das genaue Verhalten geklärt zu haben, auf das man sich eigentlich bezieht. Oder ich kann mich darüber streiten, ob ein Freund mir keinen Respekt zollt, ohne je genau gesagt zu haben, auf welches Verhalten ich ihn da anspreche. Bewusste Kriterien zu haben, mit denen man überprüfen kann, ob diese Unterscheidungen klar sind, finde ich unschätzbar wertvoll.
Ehrlichkeit und Empathie
Zuletzt will ich noch auf Empathie und Ehrlichkeit eingehen, wie ich sie im Kontext der GfK kennen gelernt habe. Wenn ich im Gespräch bin mit jemandem und ich verstehe mich gut, gibt es immer einen Fluss zwischen „jetzt sag ich was“ und „jetzt sagst du was.“ Und so drücke ich abwechselnd aus, was ich sehe/höre/fühle und erlebe und höre dann zu, was der andere sieht/hört /fühlt und erlebt. In diesem Sinne sind die Begriffe Ehrlichkeit und Empathie gemeint.
Ehrlich zu sein bedeutet von daher nicht, zu sagen, was ich über den anderen denke, meine Analyse davon, was mit ihm nicht stimmt mitzuteilen, sondern es bedeutet, zunächst Verantwortung für mein Erleben zu übernehmen und es dann mitzuteilen. Was ich erzähle enthält dann was ich beobachte, wie es sich für mich anfühlt, das mit zu bekommen, mit welchen Werten und Bedürfnissen ich das in Verbindung bringe und unter Umständen, ob und was ich gerne für eine Reaktion hätte oder was jetzt passieren soll. Der letzte Teil ist manchmal auch nicht dabei, vor allem wenn ich einfach erzählen will. Je klarer ich in diesen vier Dingen bin, desto leichter wird es jemand anderem fallen, eine klare Vorstellung davon zu haben, wie es mir geht und wie das Leben von meiner Position aus aussieht und sich anfühlt.
Empathie ist, wie man so schön sagt, die Fähigkeit, sich in die Postion des anderen hinein zu versetzen. Im Kontext der GfK geht es hier vor allem um Aufmerksamkeit. Wenn ich empathisch zuhöre, ist meine Aufmerksamkeit vollständig bei der Geschichte des anderen, so wie wenn ich ein Buch lese oder einen Film gucke. Ich kann auch dabei helfen, der Geschichte mehr Ausdruck zu verleihen, indem ich wiedergebe, was ich höre und von dem ausgehend, was ich verstehe, auf andere Möglichkeiten schließe. Ich frage dann z.B. „Fühlst du dich vielleicht auch traurig weil du mehr Zuwendung und Fürsorge möchtest?“ Und ich will es wirklich wissen, so wie ein Kind an den Lippen seiner Mutter hängt, die ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Empathie ist nicht zu verwechseln mit Sympathie, denn letztere bedeutet, dass ich die Geschichte abgleiche mit dem, was ich selbst erlebt habe. Und wenn ich dann von mir erzähle, wandert die Aufmerksamkeit von meinem Gegenüber zu mir. So wie in „Ja, das ist meinem Onkel auch schon mal passiert.“ Empathie hat auch nichts mit Rat geben oder intellektueller Analyse zu tun, bei der man untersucht, wo der „Fehler“ liegt. Es geht einfach nur um das Erfahren der Geschichte. Und eine Geschichte hat keine Fehler, sondern alles was man Fehler nennen könnte sind die Biegungen und Wendepunkte der Geschichte.
Ich hab es bisher als sehr heilsam erlebt, Empathie zu empfangen. Es ist so toll zu wissen, dass jemand einfach nur erfahren will, wie das Leben von hier aus aussieht und sich anfühlt, ohne dass ich was zensieren oder verstecken muss. Ich kenne nichts, was mich mehr in Einklang mit mir selbst bringt als das.
Ehrlichkeit ist genauso heilsam, wenn sie mit Verantwortung ausgedrückt wird. Da zeigt mir jemand seine Welt und gibt mir eine Gelegenheit, mehr von meiner eigenen Welt zu verstehen und lieben zu lernen. Wunderbare Dinge sind das.
Und nun?
Wenn ich mir das so ansehe, komme ich natürlich zuweilen auf die Frage, warum wir nicht immer so miteinander umgehen. Wäre es nicht eine viel schönere Welt? Und würde es nicht wesentlich mehr Spaß machen, mit anderen Menschen zusammen zu sein und Zeit zu verbringen, wenn es auf dieser Basis passiert?
Ich sage ja und ich hab auch eine Ahnung davon, was es zu so einer Herausforderung macht: es braucht einfach Entwicklung und Wachstum, mehrere Perspektiven gleichzeitig wahrnehmen und halten zu können, wie z.B. den Standpunkt meines Gegenübers wahr zu nehmen, ohne meinen eigenen zu vergessen oder zu vernachlässigen. Ich übe das andauernd und ich finde es immer noch herausfordernd. Wie schwierig muss das für jemanden sein, der nicht einmal weiß, in welcher Richtung er suchen suchen müsste?
Und hätten wir mehr kulturellen Raum dafür, fiele es sicher leichter, das zu tun und zu üben. Aber dafür müssen erst genug Menschen so weit sein, dass sie einen kulturellen Raum und soziale Strukturen schaffen können, die auf diesem Bewusstsein aufbauen. Ich möchte alles tun was ich kann, um dazu beizutragen. Bist du dabei?
Hallo Niklas,
finde ich ja beeindruckend und faszinierend, was Du da (be)schreibst. Allerdings habe ich dazu ein paar Fragen:
Lebst Du das alles auch?
Wie bekommst Du das hin, diese Unterscheidungen immer wieder zu treffen? Hast Du noch weitere selber erlebte Beispiele? (neben der beschriebenen Beispiel-Situation, meine ich)
Und zu guter Letzt: Hast Du Dir das mit PLATO selber ausgedacht oder würdest Du mir die Quelle verraten?
Da bin ich ja mal gespannt
Myra
Hallo Myra,
erstmal schön, dass du den Artikel gelesen hast
Auf die Frage, ob ich lebe, was ich da schreibe, kann ich wohl kaum so antworten, dass du es wirklich sicher wüsstest, denn dazu müsstest du mich erleben. Ich bekomme allerdings immer wieder gesagt, dass Leute meine Ruhe schätzen, gerade wenn sie mir etwas erzählen, was für sie emotional bedeutsam oder aufwühlend ist. Das ist nicht bei allen Themen so, aber die, die ich bei mir selbst gut kenne und für die ich schon eine Auflösung gefunden hab, beunruhigen mich nicht mehr. Und je mehr ich das hab, desto weniger beunruhigen mich auch Themen, die ich noch nicht so gut kenne, einfach weil das allgemeine Vertrauen wächst, dass man jedes Problem auflösen kann, wenn man es gut genug versteht und differenziert. Denn das Beunruhigendste ist nun mal Hoffnungslosigkeit.
Es ist lange her, dass ich mich hitzig mit jemandem gestritten hätte. Da ich weiß, wie schön ein Konflikt ausgehen kann, wenn man wirklich auf seinen Grund kommt, mag ich’s gar nicht, wenn es soweit nicht kommt. Und dann spreche ich manche Sachen auch nicht an, bis ich bereit dazu bin, jede Reaktion zu akzeptieren und das vielleicht in Etappen zu machen. Ich finde es sehr herausfordernd damit umzugehen, wenn ich so etwas Schönes im Sinn hab und auf der anderen Seite ist so viel Angst zu verlieren, dass die andere Person sich nicht mal auf den Prozess einlassen oder mir mehr erzählen mag. An der Situation mit meiner Ex-Freundin, als sie schließlich ging, hat mir das am meisten weh getan. Und ich fühle die Trauer darüber auch heute noch, wenn ich daran denke.
Daraus folgernd ist ein Thema für mich, wie viel Verantwortung ich in einer Beziehung übernehme. Gerade wenn ich hohe Ansprüche an die Qualität der Verbindung hab und der einzige bin, der von den oben genannten Unterscheidungen weiß, kann das ganz schön anstrengend für mich sein. Das entspannter und ausgeglichener für mich zu machen, selbst unter widrigen Bedingungen, wo ich nicht viel Unterstützung von anderen bekomme, ist, woran ich in letzter Zeit arbeite.
Ich glaub, dass ich das oben genannte auch lebe, merke ich am besten daran, dass ich eine extrem starke Reaktion hab, sobald ich auch nur in die Versuchung komme, einen Schuldigen zu suchen. Ich erlebe das als sofortigen Macht- und Freiheitsentzug.
Denke ich, dass jemand anderes an meiner Misere Schuld ist, werde ich wütend und gleichzeitig total hilflos. Dann will ich die Person dazu bringen, aufzuhören was sie tut, was ich nur durch die ein oder andere Form von Manipulation und Gewalt tun kann – Handlungen also, die nicht meinen Werten entsprechen, weil ich die Sicherheit meiner Mitmenschen (und damit auch meine eigene) sehr wichtig finde und bei meinen Handlungen, so gut ich kann, die Bedürfnisse aller berücksichtigen will. Das erfüllt in erster Linie meine Bedürfnisse: ICH will sensibel gegenüber anderen sein, ICH will für gute Beziehungen sorgen und das Klima unterstützen, in dem das leichter passieren kann.
Denke ich, dass ich selbst an meiner Misere Schuld bin, werde ich mutlos, deprimiert und ebenso hilflos. Ich habe dann keine Lust, irgendwas zu unternehmen, weil ja alles sinnlos ist. Das Vertrauen in meine Kapazität, mein Leben schöner zu machen, ist dann gestört. Und so lange das gestört ist, kann ich machen was ich will, nichts wird mich aufmuntern. Das ist also auch ein sehr klares Signal.
Von daher, wann immer ich diese Signale bekomme rüttelt mich das wach. Und dann funktioniert es einfach am besten, wenn ich meine jetzige Situation mit den genannten Unterscheidungen anschaue, weil ich damit die Macht wieder in meine Hände bringe und mehr Motivation hab, wirklich was zur Verschönerung meines Lebens beizutragen.
Die Unterscheidungen immer wieder zu treffen kann unterschiedlich schwierig sein. Manchmal hab ich gar keine Ahnung, wo der Haken ist. Ich hab z.B. schon mal im Italienisch-Kurs gesessen und mich überhaupt nicht wohl gefühlt, eher gestresst, ängstlich, unruhig, während das bisher immer schön und entspannt war. Ich konnte es nicht währenddessen auflösen, sondern erst, als ich dann draußen war und mich auf eine Parkbank gesetzt hatte um still zu bleiben und auftauchen zu lassen, was los ist. Dann wurde klar, was der Auslöser war. Ich hatte ein Mädel im Kurs eine Woche davor gefragt, ob sie Lust hätte, mit mir etwas trinken zu gehen und sie sagte ja. Und jetzt war sie auch im Kurs und meine Aufmerksamkeit lag eher darauf, „gut auszusehen“, als das zu tun, was mich interessiert. Dahinter fand ich meine Sehnsucht nach Nähe und meine Hoffnung auf Interesse und Fürsorge für mich. Die voherige Unruhe jetzt in Bezug zu setzen auf diese Bedürfnisse, statt auf das, was das Mädel vielleicht über mich denken könnte, tat sehr gut, weil es mir die Kontrolle zurückgab. Es weckt allerdings auch Gefühle der Traurigkeit darüber, dass diese Bedürfnisse schon länger nicht so erfüllt sind, wie ich es mir wünschen würde. Diese Traurigkeit hat aber eine Dynamik und sie lässt sich leicht akzeptieren, weil sie nichts mit Aufgeben und Hoffnungslosigkeit zu tun hat. Nur mit dem Akzeptieren dessen, was jetzt ist. Und von dort aus kann man weiter sehen.
Manchmal hab ich auch eine ganze Litanei an Urteilen, die ich erstmal genauer betrachten muss, bevor ich eine Ahnung hab, welche Gefühle und Bedürfnisse eigentlich involviert sind. Die Gedanken, die ich dann hab, geben mir dann weitere Hinweise. Sagen wir, je nachdem, wie verwirrt ich bin, muss ich an einem anderen Punkt ansetzen, um weiter zu kommen
Und in jedem Fall hilft es, wenn jemand dabei ist, dem ich davon erzählen kann, ohne dass er aus der Ruhe zu bringen wäre. Dabei fallen mir immer schneller und mehr neue Aspekte ein… das Wunder der Empathie eben…
Das hab ich nun schon sehr oft gemacht, seit ich die GfK kennengelernt hab. Übung ist ein großer Teil davon – und die intrinsische Motivation dabei auch. Ich hab nicht geübt, um besser zu werden. Ich hab es gemacht, weil es in dem Moment schon Erleichterung verschafft hat.
Die Sache mit PLATO hab ich auf einem Workshop in den USA aufgeschnappt… ich glaub einer der Co-Trainer beim IIT in Albuquerque hat das gesagt, nicht Marshall Rosenberg selbst.
Also, bin gespannt auf deine Antwort.
Niklas
Hallo Niklas,
hm, so ganz habe ich glaube ich nicht alles verstanden, was Du da erläuterst. Und ich bin überrascht über Deine Offenheit, mit der Du alles über Dich so öffentlich postest. Ich bin da anders, und deshalb interessiert mich, was Dir das bringt, das genau so zu machen.
Hauptsächlich aber schreibe ich, weil mir an Deiner Antwort klar geworden ist, was ich wirklich von Dir wissen möchte: Ob Du das, was Du beschreibst, in den Beziehungen lebst, die Du so führst.
Dass das Ganze viel mit Selbstreflexion zu tun hat, habe ich mitbekommen und bin beeindruckt von Deinen Beispielen. Nur wie sieht es im direkten Kontakt aus?
Viele Grüße
Myra
Hallo Myra,
also meine Offenheit kommt daher, dass ich mich darin am sichersten fühle. Zumindest, wenn ich schreibe. Sie lädt in den meisten Fällen dazu ein, ebenfalls offen zu sein. Und sie verhindert am ehesten, dass sich unangenehme Interpretationen einschleichen. Und selbst wenn das passiert, ist wiederum Offenheit das, was man dem am ehesten entgegen setzen kann.
Wie der direkte Kontakt mit anderen aussieht, hängt sehr davon ab, was ich will. Ich bin immer bereit in die Tiefe zu gehen, in die ich auch bei der Selbst-Reflektion gehe, brauche dafür aber die Bestätigung, dass dem anderen klar ist, wozu das gut ist. Oder ich muss mir meiner Sache in der Situation sehr sicher sein. Sonst lasse ich es lieber, weil ich möchte, dass es beiträgt. Und das tut es in der Regel nicht, wenn der Sinn nicht klar ist. Dann bekomme ich eher Rückmeldungen, bei denen andere sich mehr Leichtigkeit und Spaß wünschen. Dafür bin ich auch zu haben.
Wenn’s Konflikte gibt werde ich zuweilen etwas angespannt, weil Konflikte erst dann ihr Potenzial, Neues zu bringen, entfalten können, wenn sie bis zum Grund durchleuchtet werden. Und dann hoffe ich, dass die Gelegenheit kommt, das überhaupt zu bemerken. Ich hab keine Angst davor das zu besprechen. Ich hab eher Angst davor, dass das Gespräch darüber zu früh abgebrochen wird.
Mir gefällt, mich so langsam auf beiden Ebenen wohl zu fühlen. Also der reflektierenden und der erzählenden, oder debattierenden, oder herumdösenden, oder was auch immer
Lieben Gruß
Niklas
Hallo Niklas,
hm, je mehr wir in Kontakt kommen, desto skeptischer werde ich bei der ganzen Sache. Ich würde gern mal live erleben, wie das funktioniert mit der „Gewaltfreien Kommmunikation“ (schrecklicher Name, oder?)
Und wieso hast Du Angst, dass Gespräche „zu früh“ abgebrochen werden? Worum geht es Dir dabei?
Einen schönen Feiertag,
Myra
Hallo Myra,
deine Skepsis bezieht sich darauf, wie und ob diese Ideale umgesetzt werden können? Und ob es überhaupt geht? Was könnte dem denn im Wege stehen?
Markus Sikor schreibt vier Punkte auf, die für viele beim Lernen problematisch sein können: http://www.institut-sikor.de/blog/2009/05/15/gewaltfreie-kommunikation-authentisch-erleben/#more-466
Der Name Gewaltfreie Kommunikation gefällt mir auch nicht besonders, nicht zuletzt, weil’s so viele Missverständniss über Gewalt gibt und auch weil dann im Namen steckt, was NICHT das Ziel ist und nicht was das Ziel ist. Das hat aber die Geschichte, dass als Gandhis Proteste bekannt wurden seine Prinzipien Ahimsa und Satyagraha von den Medien mit „Nonviolence“ übersetzt wurden, einfach weil’s kein besseres Wort im Englischen gab. Rosenberg hat sein Modell dann damit in Verbindung setzen wollen. Mittlerweile ist der Gebrauch des Namens abhängig von einem Abwägen zwischen Bekanntheitsgrad des Namen und eben der ungewollten Konnotationen. Ich könnte es auch Achtsame Kommunikation nennen, oder auch Klärende, oder Ermutigende Kommunikation. Aber da ich das alles nicht so viel besser finde, bleibe ich beim Namen, unter dem es bekannt geworden ist.
Wenn Gespräche „zu früh“ abgebrochen werden, hab ich manchmal Angst, das Potenzial eines Konfliktes zu verpassen, welches erst ersichtlich wird, wenn man der Sache ganz auf den Grund geht, also z.B. wirklich alle Bedürfnisse herausholt und von Strategien trennt. Dann erst eröffnen sich neue Handlungsmöglichkeiten und das ist ja das schöne daran. Aber die Angst es zu verpassen hat mehr damit zu tun, dass ich Erfahrung und Übung darin möchte, den Punkt zu erreichen und mit der Zeit lässt das nach. Dann kann ich mir auch empathisch vorstellen, dass es gerade vielleicht besser passt, die Sache nicht bis zum Ende durchzusprechen… und sie ein anderes Mal, wenn gewünscht, noch mal zur Sprache zu bringen.
Herzlichst
Niklas
Hallo Niklas,
OK, jetzt habe ich wieder ein wenig mehr verstanden von dem Ganzen. hilfreich war (ist) insbesondere auch der Link, den Du mitgeschickt hast. Dadurch habe ich erkannt, dass das Ganze ein (Lebens)weg ist und ich – sollte ich mich dafür entscheiden – in diversen (Lern)prozessen immer näher an dieses „Ideal“ herankommen kann, vielleicht.
Da Du ja schon einige Erfahrung damit hast, kannst Du mir vielleicht weiterhelfen – denn mit der Geschichte hängt auch weitestgehend meine Skepsis zusammen.
Ich habe eine Freundin, von der ich schon lange nichts mehr gehört habe, jedenfalls länger als mir lieb ist (4 Monate oder so), und ich bin mir einfach nicht sicher, was los ist. Bei unserem letzten Zusammentreffen hatte ich schon ein vages Unwohlsein, nur ist mir in der Zeit seitdem keine Idee bzw. ein „innerer Hinweis“ dazu gekommen.
Ich habe einige Male versucht, ein weiteres Treffen hinzubekommen, aber nur allgemein klingende Antworten zurückbekommen (wie etwa: „bin gerade sehr beschäftigt“ und so etwas) und auf meinen letzten Versuch gar keine Antwort mehr erhalten.
Jetzt meine Fragen:
- habe ich mit der GfK eine Chance, mit ihr wieder in Verbindung zu kommen?
- was mache ich mit meiner Vermutung, dass ihr Schweigen etwas mit mir bzw. einem Verhalten von mir zu tun haben könnte?
- wie kann ich so mit ihr in Kontakt kommen, dass sie sich weder bedrängt noch sonst irgendwie unangenehm berührt fühlt?
Da bin ich aber jetzt mal sehr gespannt auf Deine Reaktion!
Myra
Hallo Myra,
hehe, sehr gut, ein Test an der Praxis
Du fragst:
„Habe ich mit der GfK eine Chance, mit ihr wieder in Verbindung zu kommen?“
Nun ja, der Sinn der GfK ist vor allem, zu Beziehungen beizutragen, in denen man einander auf eine Weise kennt, bei der es einem wirklich Freude macht, man inspiriert ist, fuer den anderen da zu sein und etwas zu geben. Wenn es das ist, was du willst, hilft die GfK dir sicher.
Dafuer ist allerdings wichtig, auf Dinge zu achten, die aus Angst, Scham, Schuld, der Hoffnung dann mehr geliebt zu werden, oder dann nicht kritisiert oder gestraft zu werden, getan werden. Denn immer, wenn ich etwas aus diesen Gruenden tue, weiss ich zum einen nicht, auf welche Weise ich das Leben des anderen gerade bereichere, sondern bin eher bemueht darum mich zu schuetzen, was kein besonders fruchtbarer Boden fuer Vertrauen ist. Das was ich will und was der andere will kann dann leicht zu zwei sehr verschiedene Sachen werden – irgendwann habe ich dann keine Lust mehr, mich wieder auf die Beziehung einzulassen, weil ich die Hoffnung brauche, dass auch beruecksichtigt wird, was ich erlebe und brauche, ganz ohne, dass ich Bedingungen dafuer erfuellen muss. Das gilt ebenso fuer den anderen.
Ich glaub die groesste Herausforderung ist, sich Ehrlichkeit nicht als Kritik anzukreiden, sondern daraus lernen zu koennen, ohne dabei Respekt vor sich selbst zu verlieren. Wenn du das hinbekommst, wird es fuer den anderen sicher, ehrlich zu sein und der eigentliche Sinn des Ehrlichseins, naemlich, sich naeher zu kommen und besser aufeinander eingehen zu koennen, wird erfuellt. Das gleiche gilt natuerlich in die andere Richtung.
Deine anderen Fragen gehen schon auf das Thema ein.
„Was mache ich mit meiner Vermutung, dass ihr Schweigen etwas mit mir bzw. einem Verhalten von mir zu tun haben könnte?“
Du meinst, du fuerchtest, dass sie auf etwas reagiert, was du gemacht oder gesagt hast? Und du hast Angst davor, weil du dich akzeptieren koennen moechtest, selbst, wenn du was gemacht hast, was ihr nicht gerade gefallen hat?
Hast du eine Vorstellung, auf was konkret sie reagieren koennte?
„Wie kann ich so mit ihr in Kontakt kommen, dass sie sich weder bedrängt noch sonst irgendwie unangenehm berührt fühlt?“
Ich glaub es wuerde schon sehr helfen, wenn du dir klar machst, dass „bedraengt oder unangenehm beruehrt fuehlen“ keine Gefuehle, sondern Interpretationen davon sind, was deine Absicht ist. Das heisst, deine Frage muesste dann lauten, wie du mit ihr in Kontakt kommen kannst, ohne dass sie denkt, du wolltest sie bedraengen oder ihr die Sache unangenehm machen. Wenn sie das denken sollte, koennten ihre tatsaechlichen Gefuehle Angst oder Scham sein. Deren Ursache laege aber nicht in dem was du machst(das waere, was ich einen Ausloeser nenne), sondern vielleicht darin, dass sie Verstaendnis braucht und Zuversicht, dass ihre Beduerfnisse tatsaechlich zaehlen. Und dass ihr keine Bitte einfaellt, also etwas, was du oder jemand anderes, konkret tun koennte, um das zu erfuellen.
Wie fuehlt es sich fuer dich an, das auf diese Weise zu betrachten?
Wenn ich gerne wissen will, was los ist und auf eine Frage nichts kommt, ueberlege ich mir manchmal, was plausibel waere, angesichts dessen, was ich weiss und frage danach. Im besten Fall stimmt es und gibt dem anderen die Hoffnung, dass er wirklich ueber das reden kann, was ihm wichtig ist. Wenn es nicht stimmt, bekomme ich es hoechstwahrscheinlich mitgeteilt. Allein, dass ich mir Gedanken gemacht hab, wie die Situation des anderen aussehen koennte, kann das Vertrauen erhoehen und einen Dialog leichter machen.
Im schlimmsten Fall stimmt es nicht und ich bekomme keine Antwort. Das ist mir auch schon passiert. Und dann ist das beste, was ich machen kann, mir sowohl Klarheit ueber die Beduerfnisse verschaffen, die bei mir nicht erfuellt sind (so dass ich den Wert meiner Bemuehungen erkenne und Ideen darueber bekomme, wo ich die Beduerfnisse noch erfuellen koennte), als auch mir eine Vorstellung davon machen, was das Beduerfnis auf der anderen Seite sein koennte und wie es sich anfuehlt, wenn’s erfuellt ist. Das hilft die Situation, wie sie ist, zu akzeptieren, statt mich ohnmaechtig zu fuehlen, und es hat Einfluss darauf, wie ich der anderen Person beim naechsten Mal begegne.
Ich bin gespannt, ob du damit etwas anfangen kannst.
Gruss
Niklas
Hallo Niklas,
vielen Dank für Deine Zeit und Deine Gedanken!
Werde eine Weile brauchen, um das alles zu sortieren, Du bietest nämlich ganz schön viel an in dem, was Du schreibst.
Und nach dem Sortieren für mich werde ich ja sehen, ob sich in mir etwas geändert hat. Und vielleicht kann ich dann ja so auf sie zugehen, dass es für uns beide OK ist.
Vielleicht bekomme ich ja ein „heiteres Bedürfnis-Raten“ hin, mal sehen
Auf jeden Fall noch mal vielen Dank!
Myra
Hallo Niklas,
für Deine Zeit und Deine Aufmerksamkeit möchte ich mich herzlich bedanken.
Vielleicht interessieren Dich ja die folgenden Links:
http://www.guetekraft.de
Bin bei einer Tagung darauf gestoßen und es scheint mir viel Ähnlichkeit mit der GFK zu haben, vor allem die Wurzeln bei Gandhi.
http://www.zartbesaitet.net
Damit gebe ich ein wenig mehr von mir preis, denn ich gehöre zu der Gruppe der hochsensiblen Menschen. Ich bin gerade dabei, mein Gleichgewicht von Schutz und Verbindung grundsätzlich auszuloten und in jeder Situation neu zu schauen.
Wenn Du den Test auf der Seite selber machst, wirst Du vielleicht verstehen, warum ich auf so vorsichtige Weise mit Dir in Kontakt gehe.
Viele Grüße von
Myra
Hallo Myra,
gern geschehen
Ich möchte mich für deine Fragen bedanken, die in mir weitere Antworten hervorgerufen haben, von denen ich denke, dass sie mehr Klarheit schaffen. Das passt gut zu dem Eintrag.
Was auf Gütekraft.de steht, erinnert auch mich an die Haltung der GfK. Mir ist der Link schon einmal irgendwann über den Weg gelaufen…
Was auf Zartbesaitet.net steht erinnert mich an die Beschreibung des Enneagramm-Typs 4. Hier findest du eine:
http://www.eclecticenergies.com/deutsch/enneagramm/typ4.php
Das Enneagramm hat mir bisher geholfen, Muster der Persönlichkeitsstrukturen besser zu erkennen und nachzuvollziehen. Die neun Typen legen kein Verhalten fest, sondern werfen meiner Ansicht nach eher einen Blick auf die Logik hinter den gewohnten Ängsten, Freuden, Herausforderungen und Interessen. Und es hat ein wenig gedauert, bis ich wusste, welche Beschreibung meinem Leben am meisten Klarheit gibt, weil ich dafür die anderen auch erst alle kapieren musste
Also, vielleicht hast du ja was davon. Ich freu mich, dass du neue Möglichkeiten siehst, Schutz und Verbindung neu auszuloten. So mancher Schutz kann einsperren und es ist toll, wenn man merkt, dass man ihn nicht mehr so sehr braucht und bereit ist für mehr Verbindung.
Viele Grüße
Niklas