Zur Enneagramm-Fünf mit Sechser Flügel

14 11 2008

Hin und wieder gerate ich in folgende Lage: Ich treffe jemanden, der mich mit viel Freundlichkeit und Wärme behandelt, aber irgendwie finde ich kein Vertrauen und keine Entspannung in mir. Irgendetwas nagt am Vertrauen und ich weiß vielleicht nicht einmal genau, was es ist. Wie spreche ich das jetzt an? Es scheint zwei Möglichkeiten zu geben, und irgendwie sind beide unmöglich: Entweder ich bin offen und sage was los ist, gehe damit aber das hohe Risiko ein, dass die andere Person irritiert und hilflos ist, die Angst und Unentspanntheit vielleicht persönlich nimmt und sich entfernt, oder ich halte meine Klappe und tu so als ginge es mir gut, während ich innerlich einfriere.

Jetzt hab ich noch eine dritte Möglichkeit. Ich nutze meinen Blog, um Leute zu informieren, was dahinter steckt und wie sie damit umgehen können, wenn sie jemanden wie mich treffen ;-)

Zunächst: Ich hab entdeckt, dass ich häufiger Angst oder Stress fühle als viele Leute. Das zu entdecken ist nicht so einfach, wenn man von seiner eigenen Perspektive ausgeht und denkt „So (stressig und bedrohlich) ist eben die Welt.“ Dann aber stellt man fest, dass es doch Unterschiede in der Wahrnehmung gibt und bestimmte Aufmerksamkeits- und Denkstile zu mehr Angst führen als andere. Dass die Angst so groß ist, weiß man auch erst, wenn sie weg ist, da man sonst keinen Kontrast hat.

Wie muss man sich das also vorstellen. Ein Aspekt meiner Wirklichkeit ist ständige Wachsamkeit, als müsste man immer den Rücken decken. Nehmen wir mal an, du sitzt in einem Haus mit einem Buch auf dem Schoß. In dem Haus lebt jemand, der ist stärker als du. Sein Verhalten ist nicht vorhersehbar. Du hast schon öfter die Erfahrung gemacht, dass er dich schlagen, oder dir einreden könnte, was für ein schlechter und unwürdiger Mensch du bist. Und in jedem Moment könnte wieder so etwas kommen. Jetzt mach das Buch auf und versuch zu lesen. Du wirst merken, dass deine Aufmerksamkeit geteilt ist. Mit der einen Hälfte versuchst du der Geschichte zu folgen, mit der anderen versuchst du Anzeichen für Gefahr zu erkennen. Das sorgt für eine ständige Unruhe, die sich nicht beruhigen lässt, weil du keinen Raum hast, in dem du dich beruhigen oder dich entspannen könntest, weil du absolut sicher vor derlei Gewalteinwirkungen bist.

So in etwa habe ich mich einen Großteil meines Lebens gefühlt. Ein ständiger Stress, eine ständige Wachsamkeit und dabei immer die Frage, wie andere Leute so locker wirken können. Erst seit den letzten drei/vier Jahren hab ich längere Perioden von Entspannung erlebt, so dass mir überhaupt erst klar wurde, wie viel Stress ich in meinem Leben hatte.

Eine andere Übung wäre, dich mit einem Freund oder einer Freundin zusammen zu setzen. Schau den Freund an und stell dir vor, dass er dir etwas verschweigt, was relevant für die Freundschaft wäre. Stell es dir so vor, dass du ganz sicher bist, dass da etwas ist. Vielleicht machst du’s konkret, wie z.B. dass er doch sauer war, als du letztes Mal vorzeitig gegangen bist, es aber nur nicht gesagt hat (und es bestimmt irgendwann hochkommt, wenn du’s gar nicht gebrauchen kannst). Jetzt fang irgendein alltägliches Thema an. Während du mit ihm darüber redest, versuche Hinweise in dem zu finden, was er sagt, die bestätigen, was du vermutest. Auch hier wieder wirst du merken, wie deine Aufmerksamkeit geteilt ist und du ständig wachsam bist.

Ich habe wenige Leute, bei denen ich keinen Moment daran denke, da sei immer etwas, was im Hintergrund eine Rolle spielt, was aber nicht gesagt wird. Je wichtiger mir eine Person wird, desto eher kommt mir auch der Gedanke „Du weißt gar nicht, warum du mich magst. Da werden unbewusste Motive hinterstecken, die dir irgendwann klar werden. Und dann wirst du gefährlich für mich, enttäuschst mich, entscheidest dich so, dass ich einstecken muss, bist auf einmal weg, machst mir Vorwürfe, dich missbraucht zu haben und dergleichen. Bevor du mir nicht ganz klar sagen kannst, was deine Motive sind und worauf deine Zuneigung beruht, finde ich kein Vertrauen in mir.“ Glaubt mir, das ist nicht angenehm. Und das unangenehmste ist, wenn ich das alles projiziere, es mir ausdenke und der andere nichts direkt tun kann, um mich zu beruhigen. Also er kann nicht das Gegenteil beteuern oder so. Das ist dann genau die verzwickte Situation, mit der ich diesen Eintrag angefangen habe: Entweder ich bin ehrlich, sage, wie viel Angst und Misstrauen in mir ist und gehe das Risiko ein, dass gerade das die andere Person gegen mich aufbringt (weil auch sie hilflos ist und gerne möchte, dass ihr vertraut wird). Oder ich halte damit hinterm Berg, fühle mich aber nie richtig wohl.

Ein Weg da heraus zu kommen ist, wenn ich mich an das erinnere, was ich will und das sage. Und das kann in jedem Moment etwas anderes sein. Ich kann mir das nicht zurecht legen, sondern brauche eine Offenheit, die erlaubt das zu erkennen, was sich spontan bemerkbar macht. Wenn ich damit in Kongruenz bin, hab ich keine Angst mehr. Zum Beispiel könnte es sein, dass ich mehr darüber wissen möchte, was die andere Person gerne mit mir machen will. Oder wie sie sich fühlt, woran sie denkt. Das funktioniert aber lange nicht so gut, wie wenn ich erstmal ehrlich sage, dass ich nervös bin und mir dann zugehört wird, ohne dass mich jemand da heraus reden will.

Kongruenz ist auch wichtig in Bezug darauf, wie ich auf andere reagiere. Ich bin sehr sensibel dafür, dass das was andere sagen und was sie tun oder irgendwie sonst zeigen, nicht übereinstimmt. Dann entsteht eine Dissonanz zwischen diesen beiden Wahrnehmungen in mir. Und darauf kann ich Leute ansprechen und sie fragen, ob mein Eindruck stimmt. Ein klärendes Gespräche löst die Dissonanz. Wenn die andere Person aber nicht weiß, was sie sagen soll und ich keine Idee habe, was dahinter stecken könnte, ziehe ich mich lieber zurück und schaue, was mir meine Intuition sagt. Das kann einige Zeit dauern. Und dann spreche ich das Thema nicht an, bis mir das klar ist.

Diese Intuition ist aber auch eine wunderbare Gabe. Ich bin besonders gut darin, vorherzusagen, wie Leute miteinander umgehen. Welche Art Beziehung sie zueinander haben. Und das kann ich schon mit wenigen Informationen. Außerdem erkenne ich schnell ein Muster und seine Beziehung zu verdeckten Motiven, von denen die beteiligten nicht immer wissen. Es passt oft sehr genau. Das einzige, worauf ich achten muss, ist Projektion, also meine eigene Perspektive auf alle anderen übertragen – der Hauptfaktor, der Intuition stören kann.

Ich bekomme auch hin und wieder zu hören, dass ich zu sehr im Kopf sei, mehr denke als handele. Das kommt oft dann, wenn ich eine Situation von allen Seiten her erkläre und vielleicht der Eindruck entsteht, ich hätte sehr sehr lange darüber nachgedacht. Der Hintergrund dafür ist aber der, dass ich sehr vorsichtig bin, wenn ich mich sichtbar mache und in Dialog mit Leuten trete, die auch nur irgendwo den Status Autorität haben. Meine eingebrannte Assoziation mit Autorität ist, dass ich hart bestraft werde, wenn ich etwas tue, was in ihren Augen falsch ist, wer auch immer auf einem gewissen Gebiet als Autorität gesehen wird. Dieser befürchteten „Bestrafung“ kann ich am ehesten entgehen, wenn ich sowohl meinen Standpunkt als auch den der Autorität verstehe und in Worte fassen kann. Damit schaffe ich eine Position von der aus ich beides umfassen und darüber hinausgehen kann. Und erst da fühle ich mich sicher und wohl.

Ich hab in dem Buch „Das Enneagramm“ von Helen Palmer gelesen, wie andere Leute mit demselben Muster regelrecht Erfolg scheuen und immer abhauen, kurz bevor sie ins Rampenlicht treten. Ich kann das nachvollziehen. Ich würde auch erst öffentlich sprechen wollen, wenn ich ein Gebiet voll verstanden habe. Das dumme ist, meistens interessiert es mich dann nicht mehr so sehr…

Von der Perspektive aus wird ersichtlich, warum sich nachdenken für mich sehr produktiv anfühlt. Ich taste die verschiedenen Positionen auf Schwachstellen und Begrenzungen ab. Schließlich kenne ich alle bekannten Standpunkte zu einem Thema und kann selbst anhand klarer Kriterien entscheiden, welche meinen Vorzug genießt. Und das mache ich dann. Wenn mich dann jemand kritisiert, kann ich ruhig bleiben und mir anhören, was er oder sie zu sagen hat. Den Standpunkt kann ich anerkennen und gleichzeitig erklären, weshalb anhand der übergeordneten Kriterien auch mein Standpunkt Wert hat. Diese Kriterien muss ich also kennen und benennen können. Fehlt das und jemand kritisiert mich, muss man sich das Gefühl ungefähr so vorstellen, wie die Unausweichlichkeit eines riesigen Hammers, der mich fortschleudert, ohne dass ich mich irgendwo festhalten kann. Ich sag mir dann sowas wie „Was mach ich hier eigentlich – ich hab gar kein Recht hier zu sein und irgendwas dazu zu sagen. Ich hab keine Ahnung, kann nichts beitragen.“ Fühlt sich irgendwie sehr brutal an.

Das wird allerdings anders, sobald ich die Erfahrung mache, dass jemand ebenfalls mit Neugierde auf abweichende Standpunkte reagiert und meine Perspektive kennenlernen will. Das erzeugt Vertrauen bei mir. Dann bin ich sehr offen und teile alles, was mir dazu einfällt, bzw. bin neugierig darüber, was ich dazu lernen kann.

Noch ein paar Punkte, die Vertrauen erzeugen: Jemand zeigt wiederholt, dass er weiß was er sagt und auch tut was er sagt, weil es ihm wirklich, aus sich heraus, wichtig ist. Also ohne daraus z.B. ein moralisches Beispiel zu machen und zu erwarten, dass ich mich ebenfalls an mein Wort binde, selbst wenn ich nicht weiß, ob ich etwas wirklich will. Wenn jemand mein Misstrauen nicht persönlich nimmt, also sich in seinem Selbstvertrauen nicht erschüttern lässt, sondern mein Misstrauen im Kontext meiner Geschichte sieht und versteht, weckt das Vertrauen. Wenn mir jemand helfen kann, meine Zweifel und Ängste konkret und klar auszudrücken und mir damit die Angst davor nimmt. Wenn die Situation nämlich einmal offen ist, weiß ich was zu tun ist – es ist die Unklarheit und Vagheit der Bedrohung, mit der ich Mühe habe und bei der ich nicht still stehe oder mich entspanne, bis ich klar vor Augen habe, was Sache ist. Wer mit Neugierde und Offenheit reagiert, wenn ich ihn auf Dissonanzen und Widersprüche aufmerksam mache, gewinnt mein Vertrauen. Wer deutlich zeigt, wo er steht. Und wer ganz einfach aufrichtig fragt „Wie fühlt es sich an, du zu sein in dieser Lage?“ Interesse für meine Perspektive und meine Realität erlebe ich als sehr liebevoll und Nähe schaffend und man kann mir kaum ein schöneres Gefühl geben als damit. Allerdings funktioniert das nur, wenn es einfach Neugierde ist dafür, was gerade da ist, was mich am meisten interessiert und beschäftigt – nicht wenn ich merke, oder denke zu merken, dass jemand bestimmte Sachen erwartet. Das alles zusammen genommen ist phänomenal, aber ich glaub schon einer dieser Faktoren allein ist ein wunderbarer Beitrag.

Ich will noch hinzufügen, dass ich mich nicht als meine Persönlichkeit, das heißt meine gewohnten Muster, sehe. Jeden Moment ändert sich wie ich mich fühle und woran ich denke. Und gerade, wenn ich nicht an einer bestimmten Vorstellung von mir selbst festhalte, passieren spannende Dinge. Die Persönlichkeit zu kennen ist ein Weg, über sie hinaus zu gehen. Ich hoffe was ich hier schreibe hilft anderen, das auch in sich zu erkennen. Für mehr Vertrauen, Nähe und Liebe in dieser Welt.





IIT half-way

13 06 2008

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll: diese Erfahrung ist tief, heilend, erleichternd, inspirierend, berauschend, beaengstigend, bestaetigend und beruhigend. Ich bin jetzt seit Sonntag mit diesen Menschen zusammen und sehe eine andere Welt. Mein Notizbuch ist voll mit Dingen, die mich inspirieren, die mir aufgefallen sind, die ich aufregend finde und die ich tief in meinem Herzen bewahren moechte. Wovon zur Hoelle rede ich hier?

Freitag-Nacht bin ich in Albuquerque, New Mexico gelandet. Ich habe bei Codie uebernachtet, eine Couchsurferin, die mich selbst so spaet noch abholte. Es war etwas unangenehm mit ihr, weil ich so gerne sie als Person wahrnehmen und hoeren wollte, was fuer sie los ist, was ihre Situation ist. Und ich wusste nicht, wie ich danach fragen sollte, bis wir Samstagabend was Essen waren. Ich sagte, mir kaemen die ganze Zeit Gedanken und Ideen von Themen, die sie interessieren koennten, aber ich traue mich nicht, es zu versuchen. Diese Offenheit half. Sie begann zu erzaehlen, dass sie einsam sei und sich so nach Freundschaft und Menschen sehne, die ihr nah seien. Sie kommt aus Kansas City und ist noch nicht lange in Albuquerque. Und dann hat sie einen Lover hier, mit dem sie sich aber nicht wohl fuehlt, weil sie sich Verlaesslichkeit wuenscht. Und er scheint sich nicht ganz sicher zu sein was er will, aendert seine Meinung ueber die Beziehung. Und dann fuehlt sie sich wirklich einsam und aengstlich. Ich habe ihr zugehoert und sie war sehr dankbar dafuer. Ich hatte auch echt keine Schwierigkeiten dazu Bezug zu finden, denn diese Situation kenne ich.

Am Sonntagabend begann das International Intensive Training in Gewaltfreier Kommunikation. Ich moechte nicht in Details gehen, sondern einfach aufschreiben, was mich bewegt.

Zum ersten mal finde ich eine Gruppe von Menschen, wo ich vollkommenes Vertrauen in mir spuere, dass zaehlt, wie es mir geht. Dass ich wie ich bin, so sein kann. Und mir ist bewusst, wie schwer es mir faellt mit Vertrauen zu empfangen, was andere mir geben. Ich habe so eine Angst davor, dahinter steckt nicht Liebe sondern die Forderung, dass ich was zurueckgeben muss, selbst wenn ich nicht will. Und das tut sehr weh. Das ist mir heute aufgegangen.

Ich bin so begeistert darueber, wie viele tiefe und leichte Unterhaltungen ich hier schon hatte. Wie leicht es geht, wirklich praesent zu sein und zu fuehlen, was in der anderen Person JETZT gerade vor sich geht. Ich fuehl mich hoffnungsvoll, bin geruehrt, bin interessiert, froh. Das hier gibt mir sehr viel Gelegenheit zu lernen, wie ich so leben kann, wie ich wirklich will. Wie ich so sein kann, dass es meine tiefsten Ueberzeugungen und Traeume widerspiegelt. Dass ich integer bin! Und ich moechte nichts mehr als das.

Mir ist aufgefallen, dass die Sicherheit, die ich hier spuere, daher kommt, dass die Spiritualitaet hinter der Gewaltfreien Kommunikation (GfK), das heisst die Antwort auf die Frage „Wie wollen wir wirklich leben?“, die Verbindung, die emotionale Naehe und Einfuehlung ueber alles andere stellt. Das heisst, waehrend in gewoehnlichen Konversationen irgendeine Art Wissen vermittelt wird, oder eine Geschichte geteilt wird und man sich dafuer unterhaelt, kommt es hier so oft vor, dass allein das zu teilen, was gerade los ist, schon so bereichernd ist, dass man vollauf zufrieden damit ist. Ich muss nichts damit tun. Ich kann einfach damit sein und es geniessen. Und ich weiss nicht, ob ich je etwas schoeneres erlebt habe als das. Fuer mich ist das Liebe in Praxis.

Was ich ganz besonders feiere ist, dass ich Marshall Rosenberg, den Entwickler der GfK, besser kennenlerne. Ich liebe seine Arbeit und bin sehr dankbar dafuer. Dennoch, wenn ich mit ihm einzeln spreche, fuehlte ich mich nervoes. Und ich wollte wissen wieso. Mir fiel auf, dass ich nie gehoert hatte, dass Marshall seine Verletzbarkeit und Menschlichkeit gezeigt haette, indem er teilt, was gerade in ihm vorgeht. Heute Morgen, beim „Remembering“, einer Session, bei der wir uns einfach daran erinnern, was uns heilig ist, was wir wirklich wollen im Leben, was unser Herz bewegt, habe ich geteilt, wie ich in einem Buchladen in Montreal ein Buch ueber Verschwoerungstheorien in der Hand hatte. Ein Kapitel bezog sich auf Holocaust-Leugner. Und als ich sah, was diese Leute meinten, dachte ich nur, wie ich wuenschte, dass sie Recht haetten. Traenen kamen hoch und ich sagte, wie tief mein Schmerz darueber ist, dass so viele Menschen in Nazi-Deutschland litten und starben.

Das brachte Marshall dazu, zu teilen, dass er eines Tages, 9 Jahre alt, von Mitschuelern verpruegelt nach Hause kam, weil er Jude war. Sein Onkel, der helfen wollte, meinte, dass er von Glueck reden kann, nicht in Deutschland zu sein, da er dort mit Sicherheit in einem Ofen gelandet waere. Das half nicht gerade. Marshall sagte dann mit gebrochener Stimme, wie gesegnet er sich fuehlt, lange in Deutschland gearbeitet und nie etwas anderes als Liebe empfangen zu haben.

Nach der Session sagte ich ihm, dass das genau das war, was ich mir gewuenscht hatte. Dass ich seine Menschlichkeit sehen will. Dass ich nervoes bin, wenn ich nicht weiss, was ihm gerade wichtig ist, weil es sich dann so anfuehlt als gaebe es keinen Raum fuer mich in seinem Leben. Und auch fuer niemand anderen beim IIT. Er war so dankbar dafuer. Er sagte, es fuehle sich so gut an, dass ich das wissen will, dass mich das interessiert. Und wir umarmten uns.

Danach kam es mir so vor, als sei er sehr viel leichter und er zeigte mehr und mehr von sich. Es hat mich sehr beruehrt und macht so viel mehr Spass ihn als Mensch denn als Meister zu sehen. Und er meinte auch, auf einem Podest zu stehen macht einfach keinen Spass.

Das ist nur eine von vielen Erfahrungen, die ich hier mache. Ich merke, wie viel leichter es mir faellt, empathisch zu sein, statt zu rechtfertigen oder Leute mit meinen Gedanken zu langweilen, wenn sie nicht mit meinem Herzen verbunden sind. Wie wir hier reden mag fuer viele etwas merkwuerdig klingen, aber es ist so schoen fuer mich, weil ich so sehr effizient und to-the-point sagen kann, was in mir lebt und gesagt werden will.

Ich habe die Hoffnung auf eine weltweilte Community von Leuten, die eine Menge Kraft und Leidenschaft fuer eine Welt haben, in welcher jeder Mensch zaehlt. Und zwar dafuer, dass er Mensch und lebendig ist. Mehr braucht es nicht. Ich sehe, wie Beziehungen hier an Kraft gewinnen durch die Tage und rechne damit, dass meine skype-Liste sehr viel laenger wird. Ich wuensche es mir.

Es bleiben noch vier Tage. Ich geniesse jede Stunde davon. Ich sende euch meine Praesenz, meine Kraft, meine Liebe und mein Mitgefuehl.