Der Mann, das entbehrliche Geschlecht, oder: Ein Deal, bei dem niemand gewinnt

12 01 2009

Wow! Ich bin sooo begeistert! Ich habe mir gerade ein Gespräch zwischen Ken Wilber und Warren Farrell angehört zum Thema „Does feminism discriminate against men?“ Und JA! JA! JA! Da ist definitiv etwas dran. Ich hab das schon oft gespürt und mich in Zwickmühlen gefunden, einfach weil die feministische Position zwar Teilwahrheiten enthält, hinter denen ich stehe, aber auch einiges auslässt.

Beim Feminismus geht es mir vor allem um den Vorwurf, die Geschichtsschreibung sei ein Dokument männlicher Unterdrückung der Frauen gewesen, das Patriachat, welches sich so organisierte, dass Männer die Macht bekommen und Frauen nicht. Dementsprechend wäre die Macht das Mannes Schuld an der Misere der Frau, dass sie nicht wählen kann, welchen Platz und welche Rolle sie in der Gesellschaft spielen und wie sie leben will. Dieser Vorwurf ist so eine Verdrehung der Tatsachen, dass er zumindest in meinem Fall zu enormer Irritation und Ärger führt. Ich will erklären was ich meine.

Zunächst, die Macht die Männer von der Gesellschaft her haben ist keine wirkliche Macht. Ich definiere Macht so, dass man die Kontrolle über sein eigenes Leben hat, bestimmen kann, was man machen will und so die Gelegenheit hat, seinem Herzen zu folgen. Das was Männer an Machtpositionen heute einnehmen ist das genaue Gegenteil davon. Nicht nur wird man nur an seinem Erfolg gemessen, man hat keinen besonders großen Spielraum, selbst zu definieren, wie man diese Position ausfüllt. Letztlich wird man als Manager oder Präsident rausgeschmissen, wenn man sich nicht an die Regeln hält oder neue Ideen einbringen will. Es ist genauso eine Rollenvorschreibung wie die, dass die Frau vor den Herd gehört. Und ich persönlich HASSE diese Rollenvorschreibung, ich will sie nicht, ich will Freiheit, Offenheit, Verbindung mit anderen Menschen. Und ich will damit spielen, statt irgendetwas zu müssen, von dem ich nicht sehe, wie es zum Wohlergehen meiner selbst oder anderer beiträgt.

Als zweites: Frauen haben genauso Macht in diesem alten System, bloß ist diese nicht so sichtbar. Es ist sexuelle Macht. Das heißt, die Frau bestimmt, wer bei den Männern sexuell attraktiv ist. Und wenn Männer nicht den Kriterien entsprechen, bekommen sie keinen Zugang zu Liebe. Das ist mal ein heftiger Anteil der Macht. Und wenn das nicht gesehen wird… dann werden Männer beschuldigt Macht zu haben, die eigentlich nur Camouflage für ihre Machtlosigkeit ist. So kommt niemand weiter.

Der Hintergrund ist weder Männern noch Frauen in die Schuhe zu schieben, sondern dem Umstand, dass bis vor kurzem (historisch gesehen) Überleben wirklich die Hauptbeschäftigung jeder Gesellschaft war. Und je nachdem, was der Haupt-Modus der Produktion ist, gibt es unterschiedliche Arbeitsaufteilungen zwischen den Geschlechtern, schon allein vom Unterschied der körperlichen Kraft her. Die Arbeitsaufteilung die am üblichsten ist, ist die, dass der Mann die Beschützer- und Brotverdiener-Rolle einnimmt, während die Frau die Kinder aufzieht. Diese Arbeitsteilung hat verschiedene Konsequenzen. Eine, die ich weniger stark gewichte ist die, dass Abweichler wie Homosexuelle nicht geduldet werden, weil sie nicht in die Rollen passen. Die Konsequenz, die mir aber am wichtigsten ist, ist die, dass Männer und Frauen diejenigen Vertreter des anderen Geschlechts für am attraktivsten halten, die am besten in die Rollenvorstellungen passen. Männer müssen demnach stark, dominierend und wettbewerbsorientiert sein um einen guten Beschützer abzugeben. Und Frauen müssen jung, hübsch, gut gebaut sein und ihre Aufgabe als wärmende Mutter und Unterstützerin der Karriere des Mannes erfüllen. Und sowohl Männer als auch Frauen verstärken dieses Muster, indem sie Partner suchen, die diesen Kriterien entsprechen, so dass es sich in der Hinsicht lohnt, genauso zu sein. Aber das hat nichts mit Macht und alles mit Ohnmacht zu tun – in dem von mir definierten Sinne.

Die Umstände, aus denen der Feminismus überhaupt erwachsen konnte sind gerade die, in denen Männer die ökonomische Situation von Frauen soweit abgesichert hatten, dass diese sich darüber Gedanken machen konnten, wie sie gerne leben möchten. Und da fiel ihnen auf, dass es nicht erfüllend ist, einer Rolle nachzuleben. Ihnen fiel auf, dass es keine Freude macht mit Männern zu leben, die einer Rolle nachleben. Sie wollten Selbsterfüllung, echten Kontakt, echte Intimität, was mit einem Mann, der gelernt hat seine Gefühle nicht zu beachten, da sie im Kampf und im Wettbewerb im Wege stehen, einfach nicht zu haben ist. Und die Enttäuschung und Wut darüber, das im besagten Rollenkorsett nicht bekommen zu können drückte sich in dem Vorwurf darüber aus, dass die Männer aufgrund ihres Strebens nach Macht alles kaputt machten und die Frauen in ihrem natürlichem Potenzial und ihren Bedürfnissen unterdrückten.

Die andere Seite der Geschichte ist aber, dass Männer Macht nicht suchen, weil sie an Macht interessiert sind, sondern weil sie Zuneigung und Liebe suchen und gelernt haben, dass der liebende Familienvater, wenn er der Liebe würdig sein will, nicht zu Hause sondern auf der Arbeit seine meiste Zeit verbringen muss. Er muss kämpfen, hart und stark sein, dann ist er okay. Man könnte gewissermaßen das Argument der Unterdrückung vollkommen herumdrehen und behaupten, die Frau unterdrücke den Mann, indem sie ihn nur mit Liebe belohne, wenn er sich um den Broterwerb kümmere. Aber das wäre genauso kurzsichtig wie die andere Geschichte. Nein, wir brauchen was integraleres, was die Macht und Verantwortung beider Geschlechter klärt.

Bevor ich aber auf die integrale Perspektive der Geschichte eingehe, will ich loswerden, wie weh es tut mit Botschaften bombadiert zu werden, die implizieren, dass der Mann das entbehrliche Geschlecht sei. Dass ein Mann dann Mann sei, wenn er bereit sei sich zu opfern, im Kampf zu sterben, damit die anderen überleben können. Dass ein Mann nur dann wertvoll sei, wenn sein Wert darin besteht, dass er ersetzbar ist. Es ist zum Kotzen. Und am schlimmsten fühlt es sich an, wenn ich von Frauen höre, insbesondere, wenn ich an ihnen interessiert bin, dass sie genau diesen entbehrlichen Mann zu wollen scheinen. Den Beschützer, der sich aufopfert, den Gewinner. Es ist nicht verwunderlich angesichts der Sozialisierung und wie gesagt, unter Umständen, wo es um’s Überleben geht, ist es wohl kaum zu vermeiden – ökonomische Absicherung beruhigt auch mein Gemüt ungemein. Und gleichzeitig wird dabei der Wert als Mensch, als Person mit reichem Innenleben, dem Wunsch etwas zu erschaffen, zu lieben, da zu sein, mit dem Leben zu tanzen, überhaupt nicht beachtet.

Das sorgt glaube ich auch für all die Enttäuschungen die Frauen mit Männern haben. Immer wieder suchen sie nach dem Mann, mit dem sie glücklich sein können, der sich ihnen öffnet, seine Gefühle teilt, der MIT ihnen da ist, MIT ihnen lebt, statt an ihnen vorbei. Und gleichzeitig wollen sie den starken Versorger, der’s drauf hat, der sie ökonomisch absichert, der im Wettbewerb besteht. Und die zwei Dinge gehen einfach nicht zusammen! Man kann nicht gleichzeitig kämpfen und fühlen! Es geht einfach nicht. In dem Moment, in dem ich mit meinen Gefühlen statt mit meinen Feindbildern in Kontakt bin, WILL ich nicht mehr kämpfen. Ich will stattdessen nach Wegen suchen, die für alle beteiligten funktionieren, statt die andere Seite zu besiegen. Ich halte persönlich das für genau die Stärke, die auch langfristig für Schutz sorgt. Nur wird das, ausgehend von einem Überlebenskontext, in allzu vielen Fällen als Schwäche und Aufgeben interpretiert, so dass Männer, die sich darum bemühen, an Attraktivität einbüßen. Und ich zähle mich dazu.

Eine weitere verwirrende Ebene ist der Umgang mit Sexualität. Wenn wir uns vorstellen, ein Junge sitzt im Wohnzimmer und schaut einen Western oder Star Wars, oder wo auch immer Gewalt die Hauptstrategie zur Lösung des Konflikts ist, werden die Eltern vermutlich nichts sagen und das Kind gucken lassen. Die gleiche Szene mit einem nackten Paar auf dem Bildschirm die gerade dabei sind Sex zu haben wird vermutlich sehr anders aussehen. Und die Eltern werden kaum nach dem Kontext fragen, indem der Sex passiert, ob es z.B. liebevoll ist, sondern schon allein die Tatsache, dass es Sex ist wird als gefährlich eingestuft und der Junge vom Fernseher weggeholt. Es wird schwer für ihn sein, dass anders zu interpretieren als so, dass mit Sex irgendwas nicht stimmt? Dass es dreckig, gefährlich oder sonst was ist; ein Tabu, dessen Bruch den Ausschluss aus der Gesellschaft bedeutet.

Dann wächst er heran und bemerkt in der Pubertät, dass er sehr leicht erregbar ist, wenn er nur an Sex denkt, die Mädels um sich herum heranwachsen sieht, reifer werdend, sexy und attraktiv. Und er bemerkt auch, dass er offenbar mehr Interesse an Sex hat als die Mädels, was natürlich so ist, weil ihnen beigebracht wird, dass ein gutes Mädchen sich bedeckt hält. Aber das weiß er ja nicht und so stellt sich auch hier wieder die Frage, welche Bedeutung das hat.

Angesichts des Hintergrundes bleibt da nur wenig außer, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt, dafür, dass er an so einer schmutzigen Sache interessiert ist. Und die Mädels stehen moralisch irgendwie besser da, da sie das offenbar nicht sind, jedenfalls nicht in dem Maße. Das wird noch extrem verstärkt durch Gesetze, die besagen, dass eine Frau im Nachhinein sagen kann, sie habe den Sex nicht gewollt, was es zur Vergewaltigung macht, und der Mann das nicht kann. Er könnte ja ebenso betrunken gewesen sein, aber hat nicht die Möglichkeit zu sagen, dass er nicht verantwortlich dafür sei, während die Frau das darf. Ein weiterer Punkt der eigenen Sexualität gegenüber misstrauisch zu sein – der Mann hat einfach vielmehr zu verlieren, wenn was schief geht, weil Väter eben Täter sind.

Jetzt vermischt sich diese Bedrohung des Selbstvertrauens auch noch mit der Erwartung, dass der Mann als Beschützer die Initiative übernehmen sollte, wenn es dazu kommt, dass man sich für einander interessiert – schließlich wäre das ein Zeichen dafür, dass er die Beschützer-Rolle souverän richtig ausfüllt. Also soll der Mann das Risiko der Zurückweisung übernehmen und die Frau fragen, ob sie mit ihm ausgehen möchte. Das allein wäre ja schon nicht so einfach, aber wie soll er das vor sich selbst rechtfertigen, wenn sein eigentliches Ziel Sex ist, bzw. die Liebe, die er sich davon verspricht, während er doch vorher gelernt hat, dass Sex nicht okay ist? Wenn man nun noch Sex als eine Art Unterzeichnung eines ökonomischen Vertrags versteht, was Sex eine lange Zeit auch war in Verbindung mit der Ehe, dann wird in dem Kontext ersichtlich, warum Männer immer so schnell Sex wollen: Um die Zeitspanne, in der sie zurückgewiesen werden können, so klein wie möglich zu machen.

Es geht also nicht darum, dass der Mann Sex will und zwar so schnell wie möglich, sondern dass er den ZUGANG zu Liebe und Sexualität so schnell wie möglich zu sichern versucht, unter Bedingungen, die solche Leute favorisieren, die sich rücksichtslos um Wettbewerb behaupten können. Das muss schnell gehen, sonst ist die Chance wieder weg. Und wenn er dann in einer monogamen Beziehung ist, wundert er sich, dass seine Qualitäten nicht weiter geschätzt werden, da seine mehr oder weniger aufgeklärte Freundin sich jetzt mehr Offenheit und emotionale Verbundenheit wünscht, echte Intimität eben.

Wer soll da noch schlau draus werden? Ehrlich, bei so vielen sich widersprechenden Forderungen, um das wichtigste auf der Welt zu bekommen, nämlich Liebe, wer soll da zurecht kommen? Ich zumindest habe enorme Mühe damit.

Zuletzt ist da noch der Punkt, dass das blame-game, der Vorwurf der Frauen an die Männer, die Frauen der eigenen Macht beraubt. In Macht sehe ich dasselbe wie Verantwortung. Wer in der Lage ist zu antworten, hat Macht. Wer die Verantwortung abgibt, hat keine mehr. Man bleibt in der Position des Rebellen stecken und es bewegt sich nichts, weil das erst möglich wird, sobald man nicht mehr gegen etwas Altes, sondern für etwas Neues ist.

Eine integralere Perspektive könnte helfen zu zeigen, was dieses Neue ist. Letztendlich haben wir es hier mit einer gesellschaftlichen Entwicklung zu tun, die auch jeder einzelne durchlaufen muss. Wir können dazu die Skala von Maslows Bedürfnispyramide nehmen, die hierarchische Entwicklung von Strategien zur Erfüllung von Bedürfnissen beschreibt. Die Bedürfnisse umfassen physische Bedürfnisse, Sicherheit, Zugehörigkeit und Liebe,Wertschätzung und Selbstverwirklichung. Das traditionelle Modell der Beziehung zwischen den Geschlechtern entspricht der Stufe Sicherheit auf der Pyramide. Es geht um das Überleben. Und als die Männer den Rahmen dafür geschaffen hatten, dass Frauen sich darum keine Sorgen mehr machen mussten, konnten sie sich der „höheren“ Bedürfnisse bewusst werden. Der Wunsch nach einem erfüllteren Leben wird wach. Viele Männer sind (noch) nicht in dieser Position. Die Sorge um die Sicherheit hält sie in der Rolle fest, wo sie sich befinden. Und niemand, wirklich niemand kann gewinnen, wenn man sie dafür verurteilt!

Wir brauchen den Raum, in dem Männer und Frauen sich sicher genug fühlen können, sie selbst zu sein. Damit meine ich sowohl physischen Raum, als auch soziokulturellen Raum. Einen Ort, an dem die alten Rollenvorstellungen und Urteile von und über sowohl Männern als auch Frauen nicht verstärkt werden, sondern ein Bewusstsein dafür wachsen kann, was uns wirklich am Herzen liegt, was uns frei macht und was uns wirkliche Macht gibt: die Möglichkeit über unser Leben zu entscheiden.

Bisher hat man da vor allem auf die Frauen geachtet, sie gestärkt und ihr mehr Freiheit eingeräumt. Ich schätze das sehr und habe große Freude daran. Aber niemand kann ernsthaft erwarten, dass uns das grundsätzlich irgendwohin bringt, wenn das gleiche nicht auch für die Männer geschieht.

Für mehr, hier ein Interview mit Warren Farrell:

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22 responses

22 01 2009
Test

Möchte ungern weitere meiner Daten ins www fließen wissen. Deshalb ein kurzer Test, ob es hier auch ohne Mailadresse geht. Wenn ja, folgt ausführlicher Kommentar! 🙂

23 01 2009
Geschlechtsgenosse

Danke für die sehr ausführliche und gut auf den Punkt gebrachte Analyse. Danke, weil die Zeilen auf mich geradezu entlastend wirken, wird mir bei Äußerung ganz ähnlicher Wahrnehmungen doch häufig ein neurotisches Gedankengut unterstellt!

Wobei die geschilderten Beobachtungen/Erfahrungen so neu ganz und gar nicht sind: Bereits 1971 wurden sie von Esther Vilar in „Der dressierte Mann“ – samt Lösungsansätzen – sehr ausführlich zu Papier gebracht…

Was hat sich seitdem geändert?

Die Frauen sind jetzt auch – meist halbtags oder auf 400 Euro-Basis… – berufstätig, der Löwenanteil des Familieneinkommens wird nach wie vor von abwesenden Vätern hereingeholt.

Vielleicht größte Neuerung: In Folge der Scheidungsrechtsreform ist die Patchworkquote an die 50% gestiegen. Wobei die Kids i.d.R. bei der Kindesmutter bleiben und die Männer quasi „rotierend“ von Haushalt zu Haushalt pilgern.

Das Thema ist natürlich sehr, sehr vielschichtig. Um eine allzu lange und verschachtelte Antwort zu vermeiden, werde ich nachfolgend mal einige „Stimmen in mir“, die durch die Ausführungen von „niklasbringtdieweltinordnung“ so richtig wach geworden sind, zu Wort kommen lassen.

Mglw. ermuntert dies auch eher zu einer Diskussion als ellenlange Pamphlete?

23 01 2009
Alice Weisser

Also bitte!

Der Artikel klingt mir schon ein wenig nach „Enttäuschtes Gejammer eines Männchens, das nicht zum Zuge kommt“…

Es wird doch kein Mann gezwungen, sich zu „bewerben“, das Risiko der Abweisung (immer wieder) auf sich zu nehmen…

Niemand wird gezwungen, Karriere zu machen in der aberwitzigen Annahme, dadurch seine Vermittlungschancen, seine Auswahl steigern zu können!

Und wenn so viele Männer das doch tun und selbst nach einer Scheidung nichts besseres zu tun haben, als sich schnellstmöglich wieder an eine Frau zu binden, muss das doch einen GUTEN Grund haben?

Müssen sie also mit den Frauen ganz zufrieden sein?

Übrigens: Die Emanzipation wurde den Frauen nicht geschenkt. Wir haben sie erkämpft, wir haben uns eingesetzt. Wer sollte den Männern verwehren, sich ebenfalls auf den Weg zu machen? Nur (und s.o.): Vielleicht sind die allermeisten ganz zufrieden so wie es gerade läuft?

23 01 2009
Charles Darwiiieen

Lieber „niklas….“

Machen wir uns doch nichts vor: Das Leben besteht aus Konkurrenz. Wettbewerb gehört zum Leben!

Ob an der Yoghurt-Theke, im Autohaus oder bei der Weitergabe der eigenen Gene.

Trinkwasser für alle – das ist ein schöner Traum, mehr nicht!

Ungleichheit, wiewohl angeboren oder gesellschaftlich generiert, gehört nun einmal ebenfalls zum Leben. Nehmen wir die Verteilung von Intelligenz, Gesundheit, Statur, Vermögen, Bildung, und, und, ja, und auch Trinkwasser…

Was die im Artikel angesprochenen Paarungsrituale anbelangt: Es mag grausam und/oder animalisch klingen, aber vielleicht schauen Sie sich beim nächsten Zoobesuch einmal die Affen oder Hirsche genauer an? Das Alpha-Männchen hat die größte Auswahl.

Warum sollte das bei den Menschen anders sein?

„Survival of the fittest“…

Und ich denke (fürchte), diese Maxime könnte schon bald wieder an Bedeutung gewinnen und romantische Ansätze (Die Bedeutung der Liebe…) als kurze historische Ausnahmesituation entlarven? Trinkwasser- und Rohstoffkriege könnten schon sehr bald die jahrtausendealte Arbeitsteilung wieder aktueller machen viele heute zu denken wagen?

Am Wasserloch wird Dominanz nicht Philosophie oder „Liebe“ (Mit-Gefühl) gefragt sein.

Morgen kann schon wieder gestern sein. Insofern empfehle ich, die Geschlechterrollen eben gerade NICHT zu emanzipieren. Der keulenschwingende, emotional verschlossene Recke könnte schon bald gefragter sein denn je!!

23 01 2009
S. Freudlos

Lieber „niklas….“

Bitte, machen Sie es sich auf der Couch bequem…

So, Sie wünschen sich also – warum und wofür auch immer – eine Lebenspartnerin?

Sie kommen nicht recht zum Stich?

Die jahrtausendealten Variablen (Mann: Groß, stark, erfolgreich Frau: Jung, schön) sind Ihnen bekannt?

Ihren eigenen Status (Marktwert / Größe, Statur, Beruf, Einkommen, Status, Charakter) haben Sie vorurteilsfrei ermittelt?

Was können Sie also tun, um Ihr Ziel zu erreichen?

a.) Jammern… ?

b.) Für eine Modifizierung der o.g. Variablen eintreten. In Politik oder Talkshows etwa. Halten Sie eine Änderung dieser uralten Variablen in der Ihnen verbleibenden Lebensspanne für realistisch?

c.) Die Variablen sind Ihnen bekannt. Also arbeiten Sie an Ihrem „Tauschwert“. Machen Sie Karriere. Gehen Sie ins Fitnesscenter.

d.) Ändern Sie Ihre Haltung. „Bewerben“ Sie sich häufiger. Werden Sie resistenter gegen Zurückweisungen. Üben Sie das!

e.) Ähäm: Ist Ihnen das, was Sie zu erwarten haben, eigentlich den Einsatz wert?!

f.) Auf dem Paarungsmarkt unterliegen (s.o.) beide Geschlechter einer „Marktvariable“. Es ist also keineswegs so, dass alle Frauen gleich viele Bewerbungen erhalten. Übergewichtige, sog. graue Mäuse und Frauen ab 40/45 wären ggf. äußerst dankbar für Ihr Werben. Also: Überdenken Sie Ihre Adressatenauswahl.

Sie sind ein autonomer Mensch. Entscheiden Sie selbst!

23 01 2009
Ungezeugtes

Lieber (potentieller) „Papi“,

ich glaube, ich kann Dein Leiden verstehen. Gerne würde ich Dich trösten, wenn ich denn könnte. So, wie ich mich geradezu auf Deine Liebe freue.

Nur, bedenke bitte: Wie weit würde ich kommen mögen auf einer materialistischen Welt mit eben dieser Deiner Liebe? Ich weiß, es klingt profan, aber: Wohnraum, Nahrung, Bildung? Schau: Es gibt schon jetzt so viele verhungernde Kinder, die sicher nicht deshalb hungern, weil sie es verdient haben?

Müssen wir nicht leider beide gemeinsam einsehen, dass es zu einem gelingendem Leben mehr bedarf als Liebe? Eben: (Auch) der aus der Dominanz des Alphas erwachsenen materiellen Mittel? (Aber: Es soll ja auch Sanfte geben, die z.B. durch Erbe, durchaus über Mittel + LIEBE verfügen…)

Was glaubst Du, wenn Du Dir die Geschichte der Menschheit (inkl. der derzeitigen sog. „Finanzkrise“) vergegenwärtigst: Wird sich in den nächsten Generationen an dem Verhalten der Menschen etwas ändern?

Oder anders gefragt: Was meinst Du, wann mag die Epoche der Sanften kommen? Und ist es bis dahin nicht besser, es werden mehr Robuste hervorgebracht?

Ich zähle mich eher zu den Sanften.

Gut, Du kannst nicht wissen, wer Dir da ggf. geboren wird.

Insofern ist es evtl. doch ganz gut, ein Schutzmechanismus sozusagen, wenn die (potentiellen) Mütter der Erde bevorzugt (sozusagen „vorsichtshalber“?) bevorzugt die großen starken, Durchsetzung verheißenden Männer zur Paarung zulassen?

Deshalb (ICH halte Dich ja nicht für unterlegen) Überlege gut, bevor Du mir, solltest Du die Gelegenheit bekommen, evtl. in einem Anflug von Leidenschaft ein Leben auf dem Planeten Erde zumutest…

Dein Dich liebendes und Deiner Liebe bedürfendes Kind

24 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Lieber Geschlechtsgenosse,

großartige Antworten 🙂 Genau nach meinem Geschmack und sehr brauchbar für Diskussion. Zunächst freu ich mich darüber, dass es entlastend für dich wirkt. Selbst wenn das Thema in den 70ern schon aktuell war, irgendwie wirkt es immer noch neu und nicht besonders weit vertreten. Die Unterstellung des neurotischen Gedankenguts ist mir nicht unbekannt.

Ich will im Folgenden auf jede der vier Stimmen eingehen.

24 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Liebe Alice Weisser,

ich kann Ihre Position gut nachvollziehen. Nun kommt wieder mal ein Mann daher, der sich über den Zustand der Welt beklagt und selbst wenn es nicht explizit gesagt wird, irgendwie klingt darin mit, dass die Frauen nun etwas tun sollten, um den Status quo zu ändern.
Ihre Reaktion darauf lese ich so, dass Sie nicht möchten, dass man von Ihnen diese Unterstützung erwartet, schlichtweg, weil Sie selbst genug zu kämpfen haben und fürchten, an Ihrer Front zu verlieren, wenn Sie sich nun auch noch Sorgen über das Schicksal der Männer machen. Und ich bin einer Meinung mit Ihnen, dass dies nun in der Verantwortung der Männer liegt.

Gleichzeitig möchte ich Sie wirklich darauf aufmerksam machen, dass ein Teil Ihres Ärgers vermutlich daher kommt, dass Sie sich die Situation der Männer rosiger ausmalen, als sie von innen heraus aussieht. Niemand wird gezwungen sich zu bewerben und das Risiko der Zurückweisung einzugehen, nein.
Aber jeder Mensch wird ohne Liebe und Sinn in seinem Leben sehr unglücklich werden. Und die Anzahl der Möglichkeiten, derer sich jemand bewusst ist, Liebe und Sinn in seinem Leben zu haben, sind mitbestimmt durch die kulturelle Identität. Um diese Möglichkeiten zu erweitern müssen wir auch über die Identität der Männer sprechen – und dürfen nicht annehmen, dass sie es so viel besser haben als die Frauen. Jede Einseitigkeit ist unerfüllend, glauben Sie mir.

Wollen wir nicht beide die Befreiung der Menschen, egal welches Geschlecht? Und macht es nicht eigentlich nur Freude mit Männern zu leben, die so frei sind wie die Frauen? Das ist die Perspektive, zu der ich Sie einladen möchte.

24 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Lieber Charles Darwiiieen,

ich möchte Ihnen so antworten: Die Maxime „survival of the fittest“ hat heute noch dieselbe Wichtigkeit, die sie immer schon hatte. Bloß dass der Inhalt dessen was „fit“ ist, sich innerhalb des letzten Jahrhunderts radikal verändert hat.

Während über die Jahrtausende hinweg die Fähigkeit sich von den eigenen Gefühlen abzuschneiden um dann töten zu können, wenn es der Schutz der eigenen Gruppe erforderte, einen wichtigen Überlebensvorteil brachte, ist dies heute eher ein Nachteil, da die Waffen die wir heute haben, leicht zur Selbstzerstörung führen können. Mit einer Keule kann man nur eine bestimmte Schwere an Schaden anrichten. Mit ABC-Waffen sieht das anders aus.

So wird ersichtlich, dass ich langfristig nicht auf Kosten anderer meine eigene Position durchsetzen kann, ohne mir selbst zu schaden – selbst in einem Rohstoff- oder Trinkwasserkrieg. Denn das System, dem ich mich gegenüber sehe, ist es, worauf mein Überleben basiert. Wenn ich nun gegen das System oder eine andere Gruppe in diesem System mit allem vorgehe, was ich zur Verfügung habe, zerstöre ich am Ende mich selbst. Demnach kann das nicht mehr der Definition von „fit“ entsprechen.

Ich glaube eher, dass die Fähigkeit zu kommunizieren, statt zu liquidieren immer mehr in den Bedeutungsraum von „fit“ rücken wird. Das ist sensationell, denn damit decken sich zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Fähigkeiten, die es braucht zu lieben, mit denen, die es braucht zu überleben.

Meine Position zu Wettbewerb sieht so aus: Ich verstehe, dass der Sinn und Hintergrund des Wettbewerbs das Aussieben guter und effektiver Strategien ist. Es ist trial & error in großem Stil. Und die Tatsache, dass der „Gewinner“ sichtbar gemacht wird, erlaubt allen anderen zu lernen.

Gleichzeitig ist Wettbewerb auch dysfunktional in dem Kontext, dass er künstlich Knappheit erschafft. Wenn ich frage, was die „beste“ Strategie ist, dann gibt es eben nur eine – alle anderen sind idiotisch und nicht würdig gehört zu werden. Und über diese Knappheit an Wahrheit sind schon Kriege geführt worden. Man kann sie nur auflösen, indem man mehr Perspektiven einbringt, sie alle gelten lässt und dann schaut, wie man aus dem Muster der verschiedenen Blickwinkel das effektivste herausholen kann, was für alle Beteiligten funktioniert. Auf die Weise wird der Zweck des Wettbewerbs erfüllt, ohne seine Nachteile mitzunehmen. Und auch hier wieder: die Fähigkeit zu kommunizieren ist tonangebend.

Ich glaube, dass der keulenschwingende Recke nur dann gefragt ist, wenn wir technologisch, sozial und kulturell eine echte Regression erfahren. Bei allem Pessimismus halte ich das doch für eher unwahrscheinlich.

24 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Lieber S. Freudlos,

auch Ihre Position halte ich für einen wichtigen (wenn auch begrenzten) Teil des Puzzles. All diese Optionen habe ich und ich sehe mich auch in der Verantwortung, diese wahrzunehmen. Die Aufmerksamkeit für die sozio-kulturellen Faktoren soll nicht vom eigenen Einfluss ablenken, durch den ich meine Situation verbessern kann.

Gleichzeitig sehe ich ein Verständnis der sozio-kulturellen Faktoren auch als Teil meiner Eigenverantwortung. Sie sagen „Die Variablen sind bekannt, arbeiten Sie an Ihrem Marktwert.“ Dazu gehört in meinen Augen zunächst mal zu verstehen, wie meine Lage überhaupt aussieht. Und die Erkenntnisse, die ich in besagtem Blog-Eintrag niedergeschrieben habe, tragen enorm dazu bei. Von hier aus habe ich eine wesentlich günstigere Position Ihren Vorschlägen nachzukommen, meinen Sie nicht?

24 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Liebes Ungezeugte Kind,

wie wunderbar eine Nachricht von dir zu bekommen 🙂 Wann kommt man schon in den Genuss?

Deine Sorgen teile ich. Auch mir sind Wohnraum, Nahrung, Bildung, eine finanzielle Versorgung wichtig. Und ich sehe mich vor der Herausforderung diese Dinge zu koppeln mit einer Erwerbstätigkeit, die das sicher stellt und gleichzeitig zu der Welt beiträgt, in der ich dich aufwachsen sehen möchte.

Die Epoche der Sanften, wie du es nennst, bricht in meinen Augen schon an. Gerade Herausforderungen wie die Finanzkrise machen viele Menschen darauf aufmerksam, dass wir auf sowohl uns selbst, als auch auf das System, in dem wir leben, Acht geben müssen, wenn wir weiter in dem Wohlstand leben wollen, den wir momentan haben.

Allerdings möchte ich etwas klären, was ich in der Unterscheidung sanft/robust vermute. Die Fähigkeit zu kommunizieren sorgt in meinen Augen nicht für Schwäche gegenüber solchen, die sich eher durchsetzen wollen. Im Gegenteil. Sich durchsetzen zu wollen hat nur so lange Sinn, wie die einzige Alternative zu sein scheint, aufzugeben. Und die Fähigkeit zu kommunizieren schließt mit ein, auch das Anliegen des Robusten zu berücksichtigen, so dass nicht nur ich bekomme was ich brauche, sondern er auch. Sich gewaltsam durchsetzen ist in diesem Sinne kein Zeichen von Macht, sondern von der Ohnmacht, das eigene Anliegen auf eine Weise kenntlich zu machen, die andere Menschen inspiriert, dazu mit Freuden beitragen zu wollen. Und an der Macht, das zu erreichen, möchte ich arbeiten. Für alle.

Das bedeutet nicht, dass mir nicht auch Schutz wichtig ist, für den Fall, dass jemand „Robustes“ sich durchzusetzen versucht und damit potentiell Schaden anrichtet. Und gleichzeitig soll dieser Schutz der Kommunikation dienen, so dass die Verbindung hergestellt werden kann, auf deren Basis die Belange aller Beteiligten berücksichtigt werden können. Das geht letztendlich nur mit Klarheit und Verbindung über und zu den eigenen Gefühlen.

Von daher, liebes ungezeugtes Kind, habe ich die feste Hoffnung, dass du in eine Welt geboren werden wirst, in der es mehr Liebe und Sicherheit geben wird, als je zuvor.

25 01 2009
Alice Weisser

Lieber Niklas,

ach, lass mich Dich beim Wort nehmen…

Um Liebe geht es Dir also? – Das sollten wir „hinbekommen“!

Du glaubst gar nicht, wie satt ich und viele meiner Geschlechtsgenossinnen es haben, ständig nach unserem Äußeren ge- bzw. abgeurteilt zu werden :-(. Und eine Frau ab 40… ?!

Schön, dass es Dir tatsächlich um innere Wert zu gehen scheint.

Also, hier mein Angebot: Vielleicht änderst Du ab morgen ein wenig Deinen Blickwinkel (Dein Beuteschema)?

Du wirst Dich wundern, wie nah die Liebe ist 😉

Deine Alice

25 01 2009
S. Freudlos

Lieber Niklas….

doch, ich stimme Ihnen absolut zu.

Und ich denke, die meisten Männer haben (unbewusst) schon erkannt…

Und sich entschieden: Eben, sie setzen die Rolle ihrer Ahnen fort = sie verschließen und verschleißen sich, um ihre Gene bestmöglich weiterzureichen.

Die (derzeit und vermutlich b.a.w.) real existierende Alternative?

Ahnen Sie vermutlich selbst – und wer soll das schon aushalten, und letztlich ist es ja auch keine wirkliche Alternative?

25 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Liebe Alice,

ich verstehe den Schmerz, ständig nach dem Äußeren abgeurteilt zu werden sehr gut. Und da ich mich tatsächlich auch nur wirklich wohl fühle, wenn ich weiß, wie ich ohne Stress mit einer Frau Zeit verbringen kann, wir in dieselbe Tiefe gehen können, ich meine Wünsche, Träume, unfertigen Gedanken etc. teilen kann, ergibt sich von alleine, dass ich mein Beuteschema ändere. Ohne dies fühl ich mich einfach nicht wohl, so schön die Frau äußerlich auch sein mag. Und so kommt es, dass ich aufmerksamer werde für Frauen, von denen ich zunächst vielleicht gesagt hätte, sie seien nicht „mein Typ“. Sehr spannend und schön ist es zu sehen, welche versteckte Schönheit es in der Welt gibt… Auch und gerade in Frauen ab 40 😉

Dein Niklas

25 01 2009
Charles Darwiiieen

Lieber Niklas,

ich bin versucht, Ihren Ideen, Ihren Idealen zu folgen. Zu gerne würde ich den Darwinismus ad adsurdum geführt sehen.

Nur: Bisher kann ich einfach nicht erkennen, dass etwa die 1% der Weltbevölkerung, die 50% des Vermögens besitzen, geneigt wären, jenen 50%, die sich um 1% balgen, abzugeben. Ich fürchte, eher möchten 0,5% 80% kummulieren?

Evtl. bekommen wir die Chance, uns vis a vis auszutauschen, wenn der Mob sich an versiegenden Trinkwasserbrunnen rangelt?

Bis dahin: Schauen wir z.B., wie sich die Mehrheit der Menschen verhält, wenn im Supermarkt (welche eine Wortkreation…) bei langen Schlangen eine weitere Kasse öffnet… 😦

25 01 2009
Ungezeugtes Kind

Lieber potentiller Papi,

„Mehr Liebe und Sicherheit als je zuvor“ ?

Oh, das wäre schööööön…. – Indes, ich fürchte, zu schön um wahr zu sein?

Du hattest bereits angedeutet, Du bemühst Dich darum, ein Auskommen (= „Sicherheit“) zu finden und GLEICHZEITIG mit dieser Tätigkeit auf die Welt Einfluss nehmen zu wollen, dass sie so lebenswert werde, das ich in sie würde geboren werden wollen und können?

Sehr schön!!

Also KEIN General, KEIN BankChef?

Aber vielleicht Psychotherapeut? Arzt?

Viel „weniger“ dürfte es kaum sein… => Auskommen gefährdet.

Und wenn Du es schaffst, Geld UND Sinn zu verbinden…. – dürften sehr viele Mütter bereit sein, Deinen Samen zu empfangen?

Und das ist geht doch wohl mit Liebe einher?

Oder???!!!! (Ich denke gerade mit Schrecken daran, dass Männer wie Gerhard Schröder und Joschka Fischer in der Gunst der Frauen sehr weit oben stehen (Viertehen…) Aber das sind hoffentlich Einzelfälle auf der Erde??!!!)

Also, „potentieller Papi“, streng Dich an, gib alles. Aber arbeite Dich bitte nicht zu Tode bzw. zum Infarkt. Davon haben weder Du, noch ich, noch die potentielle Mami etwas.

25 01 2009
Geschlechtsgenosse

Oh, ich merke, wie der Sekt zu wirken beginnt. Es ist spät, ich werde müde.

Aber es ist schön und macht höllisch „Spaß“, die Stimmen in mir sprechen zu lassen.

Denn das ist selten möglich in der realen Welt. Diese Mischung aus Enttäuschung, Schmerz, Schalk und Vision (Leben?) , die sich dahinter verbirgt, wird selten verstanden?

Aber naja: Wenn schon Ehepaare im Durchschnitt 15 Minuten am Tag miteinander kommunizieren, davon vielleicht 2/3 über Profanes wie „der Mülleimer“, „Auto zur Inspektion“ und, und….

– wer mag sich schon die Mühe machen, überhaupt „zu verweilen“? 😉

„Niki“, ist das die Niki, die mich auf diese Seite aufmerksam machte?

Gute Nacht für heute

26 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Lieber Charles,

ich kann Ihren Pessimismus verstehen. Wenn ich den Zahlen von Don Beck glauben darf, dann ist die Weltanschauung von 70% der Weltbevölkerung auf einer ethnozentrischen Stufe, oder niedriger (egozentrisch). Das bedeutet, Menschen mit dieser Perspektive werden nicht wissen, wie sie gleichzeitig für sich und auch das weltumfassende System sorgen können, in dem sie leben. Also tun sie’s auch nicht und denken zunächst nur an sich und an ihre Gruppe.

Ich sehe zwei Möglichkeiten aus dieser Misere. Zum einen steht die Frage, wie schnell die Anzahl der Menschen, die sich so weiterentwickeln, dass sie diesen Sprung von ethnozentrisch zu weltzentrisch oder höher schaffen, wächst. Einerseits bin ich optimistisch, wenn ich selbst mitbekomme, wie Leute um mich herum das tun. Andererseits kann das trügen. Ich glaub, mehr Forschung würde mehr Klarheit bringen. Ich persönlich trage bei, indem ich was Leute schon wissen so übersetze, dass es von einer weltzentrischen Position aus Sinn hat. Und wenn jemand das kapiert, wird auch den Rest lernen wollen.

Die andere Möglichkeit ist eine Regierung, deren Gesetze von dieser Perspektive kommen, die sowohl das System als auch das Individuum im Blick hat. Damit ist nicht gesichert, dass die Menschen sich weiterentwickeln, aber sie haben auf jeden Fall Standards zu befolgen, die so integrierend wie möglich sind.

Ansonsten, lieber Charles, kann ich nur sagen: Arbeiten Sie an Ihrer eigenen Entwicklung und entdecken Sie, wie wir mehr Leute dazu inspirieren können das Potenzial zu entwickeln, was wir alle haben.

26 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Lieber S. Freudlos,

ich glaube nicht, dass die meisten Männer erkannt haben, dass Männlichkeit in traditionellem Sinne an dem Standard einer Rolle gemessen wird, die bei den heutigen Gegebenheiten nicht mehr das Potenzial bietet, was sie könnte. Hätten sie das erkannt, würden sie andere Entscheidungen treffen, die für sowohl Männer als auch Frauen ein glücklicheres Leben versprechen.

Männer begehen fast drei Mal so häufig Selbstmord wie Frauen. Und die Statistik steigt enorm an ab dem Moment, wo Jungs der traditionell männlichen Rolle ausgesetzt werden. Dabei geht es nicht einfach darum, dass sie Anforderungen ausgesetzt werden, sondern, dass dies geschieht, ohne dass sie die nötigen Ressourcen dazu haben. Die daraus erwachsende Perspektive unter den gegebenen kulturellen Bedingungen treibt in die Verzweiflung.

Ich glaube, gäbe es darüber mehr Klarheit und damit auch mehr Optionen, sähen diese Statistiken anders aus (ich beziehe mich auf Farrells Daten und http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid,property=file.pdf )

Also, lieber S. Freudlos, Aufklärung, drüber reden und Alternativen entwickeln!

26 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Liebes Ungezeugtes Kind,

du sprichst die Herausforderungen an: ein ausgeglichenes Leben. Psychotherapeut, generell Lehrer für Lebensfragen, Philosophie, Trainer, Coach, all diese Sparten werden wohl passen. Es konkretisiert sich langsam.

Ich kann mir auch mehr und mehr vorstellen, dass das eine optimale Mischung ist, die an sich wiederum attraktiv ist. Ich mache mir immer weniger Sorgen, was schön ist.

Ich freu mich auf dich 🙂

26 01 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Lieber Geschlechtsgenosse,

… und mir hat es Spaß gemacht, auf die Stimmen zu antworten. Ich habe sie ja auch. Und wenn ich dann in Dialog damit trete, ist spannend, wie man sie gleichzeitig ernst nehmen und ein vollständigeres Bild zeichnen kann.

Die Mühe zu verweilen macht sich der, der sich vorstellen kann, dass es sich lohnt. Und diese Vorstellungskraft ist es, zu deren Entwicklung ich beitragen will.

Du kennst Niki? Die mit mir in Montréal war?

2 08 2011
Ein Wort zur Theorie « Niklas bringt die Welt in Ordnung

[…] zum Thema „Mann, das entbehrliche Geschlecht“ geschrieben, ein Thema was ich auch hier behandelt habe. Ich war so begeistert davon, dass ein gewisser Warren Farrell sich der unbewussten […]

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