Wer ich bin und was das soll.

„Wer bin ich?“ ist keine wirklich beantwortbare Frage sondern ein Zen-Koan, aber der ignorante Geist versucht trotzdem über diese Grenzen hinweg zu gehen.

Relevant könnte sein was ich mache, für die die’s nicht wissen, und was mich interessiert. Offiziell studiere ich Psychologie, aber ich bin nicht sehr zufrieden mit dieser beschränkten Perspektive. Wenn man davon ausgeht, dass Wissen aus drei Perspektiven möglich ist, nämlich der ersten Person (Introspektion), der zweiten Person (Interaktion) und der dritten Person (Deskription), dann beschränkt sich das, was ich an der Uni unter Psychologie kennengelernt habe leider auf die dritte Person. Das heißt, abstraktes Wissen, Modelle, die man testen „kann“ (wünschen sich jedenfalls viele).  Das ist mir zu wenig. Ich will wirklich verstehen und dabei, soweit es geht, nichts auslassen. Dafür lese ich neben dem Studium eine Menge Bücher, die weit über Psychologie hinaus gehen, mit Philosophie, Politik, Wirtschaft und Religion zu tun haben. Ich will eine integrale Weltsicht, welche von der Annahme ausgeht, dass niemand zu 100% Unsinn erzählt und deswegen aus jedem Ansatz, der die Welt zu erklären sucht, was rauszuholen ist, sofern man weiß, wie man das systematisieren kann.

Was ich mal damit „machen“ will? Ich hoffe ja, dass ich meinem Ideal treu bleiben und nur Geld für Arbeit nehmen kann, die ich von mir aus machen will (was bestimmt nicht funktioniert). Das wäre vor allem Leuten dabei helfen, Klarheit darüber zu bekommen, was sie wollen – sofern sie danach fragen. Ich finde das selbst so bereichernd, da macht es Spaß, andere dabei zu unterstützen. Es ist immer wieder intellektuell herausfordernd und emotional bereichernd, dabei zu sein, wenn sich Möglichkeiten öffnen, nur weil man mal gut durchdenkt und nachspürt, was man wirklich will. Dadurch kann eine Menge Veränderung losgetreten werden und ich hoffe, dass die sich letztendlich nicht auf die Person beschränken würde, sondern irgendwann gesellschaftlich spürbar wird. Dazu will ich beitragen.

Wüsste George Bush was er will, wäre er wahrscheinlich nicht Präsident geworden. Naja gut, das weiß ich nicht. Aber er hätte sich das mit der Weltmacht USA nochmal überlegt und den unilateralen Aktionen. Ist nämlich ziemlich anstrengend ständig Kontrolle ausüben zu müssen. Ich meine, was hat man von Macht? Was macht man damit? Ich glaub nicht, dass das so viele wissen… Das aber nur so nebenbei.

Okay, soviel erstmal zu mir, ein sehr partieller Ausschnitt wohlgemerkt.

Am wichtigsten für den Blog ist mir, dass ich daran interessiert bin, Erfahrung aufzuschreiben und zu schauen, ob sie was bei euch berührt, wenn ihr sie lest. Ich bin für die nächsten Monate in Montréal, Kanada, und werde da wahrscheinlich viel Erzählenswertes erleben. Ich will das nicht auf reine Beobachtungen beschränken, sondern auch meine Gedanken und Gefühle dazu in Form bringen. Mir macht das vor allem Spaß während des Schreibens und ihr seid herzlich willkommen daran Teil zu haben.

So weit so gut.

13 responses

6 01 2008
frateric

Ein sehr gelungen kommunizierter partieller Ausschnitt ist das. Besonders gefällt mir „dass niemand zu 100% Unsinn erzählt“ 🙂 Freddy

15 01 2008
YC

Hey klasse, freue mich darauf, das alles nach und nach zu lesen (lasse mir viel Zeit damit), und so habe ich nochmal ein fokussierteren Blick auf viele schöne kleine Mosaikstückchen von Dir…

Bin sehr gespannt auf die Prozesse!

YC

20 02 2008
Philipp

Moin moin,

cooler blog! Ich bin grad in Montreal und find’s sehr interessant hier zu lesen. 🙂

Montreal ist schon eine schöne und angenehme Stadt. Nur grad etwas kalt.

Herzliche Grüße,
Philipp

7 03 2008
bibomedia.com

🙂

11 05 2008
djdeutschland

Was mich ja auch noch interessieren würde,
was hast Du mit Montréal zu tun?
J’aime Montréal!

12 05 2008
Niklas

Wie der Zufall es will, bin ich da gerade 😉 Ich überlege auch schon, was ich mache, wenn ich wieder zurückkomme. Würde nämlich gerne weiterschreiben.

11 11 2009
David

Hey Niklas,
ich finds super, was du schreibst. Vor allem diese Selbstbeschreibung spricht mir grad aus der Seele. Die anderen Artikel lese ich nach und nach. Es stimmt in der Tat, dass wir nur den deskriptiven, theoretischen Teil behandeln. Und das füllt mich weder aus noch habe ich das Gefühl, dass ich die Dinge wirklich begreife. Außerdem wird nur die EINE Methode als valide anerkannt, nämlich die wissenschaftliche, alles andere wird ausgegrenzt, Kreativität geht verloren. Dabei sollte, wie du richtig sagst, angenommen werden, dass niemand zu 100% Unsinn erzählt.
Viele Grüße, David

1 12 2009
Hirn

Ich schätze bei dem was du dir vorgenommen hast, gibt’s früher oder später ’n ordentlichen Knacks im Hirn. Und dann hört dir keiner mehr zu.

Aber vielleicht schaffst du’s ja.
Viel Glück.

1 12 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Hm, was muss ich mir unter „Knacks“ vorstellen? Sprichst du aus eigener Erfahrung?

2 12 2009
Hirn

Nein, nicht aus persönlicher Erfahrung. Aber als Zeuge spreche ich.
Mit dem „Knacks“ überschreitest du eine Linie. Von da an, macht das meiste nur noch für dich Sinn, weil keiner mehr dir folgen kann oder will.
Und wenn man so allumfassend verstehen möchte wie du entfernt man sich zwangsläufig erst vom nicht-denkenden Teil, der Bevölkerung, dann vom mäßig-denkenden Teil… usw. Bis man auf seiner Suche alle hinter sich gelassen hat. Und dann hat man die Linie schon lange überschritten.

Und ist das Leben ohne gemeinsamen Nenner mit anderen Menschen noch so lebenswert? Das kann dir dann egal sein. Ist es ja aber vielleicht nicht. Keine Ahnung.

Ein exzellentes Mittel, um die „Bodenhaftung“ nicht zu verlieren ist Sport, bei dem man seinen Körper spürt. Kampfsport, Klettern, Rugby… you name it. Keine Einzelsportarten.
Trainiert außerdem das Hirn… man überwindet Widerstände. 😉

Viel Glück.

2 12 2009
niklasbringtdieweltinordnung

Ah, dann würde ich eher von einem „Knacks“ in der Kommunikation, oder Kommunizierbarkeit der Ideen, sprechen. Der kann natürlich passieren, wenn das, worüber ich mir Gedanken mache, nur noch über unzählige Herleitungen mit Beobachtungen zu tun hat, die andere teilen können. Ab einer gewissen Komplexität könnte das natürlich passieren.
Dann wiederum ist das auch gerne eine Folge von Expertise. Nur, dass viele Formen der Expertise ihren Ausdruck in einer Fertigkeit finden, deren Wirkung auch andere beobachten, aber vielleicht nicht nachvollziehen können. Ich hab den Anspruch an mich, dass, was immer ich mir überlege, beobachtbare Konsequenzen haben muss. Das ist meine Bodenhaftung.

Aber mal sehen 😉

10 08 2010
Gerhard

Hallo Niklas,

was für ein wunderbarer Titel für den Blog. Da find ich mich doch auch wieder. Freu mich auf das Stöbern.

Viele Grüße
Gerhard

9 08 2011
martin

hallo niklas,

finde es sehr spannend, was du da so schreibst, bin jedoch selbst ein fan der vereinfachung und stütze mich auf die 16 lebensmotive des prof. dr. steven reiss.

wünsch dir viel erfolg beim aufräumen 😉

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