Islam und moralischer Relativismus

20 04 2010

Diesen Text hab ich vor etwa einem Jahr geschrieben:

„Ich hab heute eine Reaktion bekommen, mit der ich halb gerechnet hab, die mich aber trotzdem erschreckt. In der StudiVZ-Gruppe „Fragen und Antworten zum Islam“ diskutiere ich mit einem anderen Gruppen-Mitglied zum Thema Aufklärung und ihre Folgen. Heute hab ich festgestellt, dass er meinen letzten Beitrag gelöscht hat. Mir war klar, dass mein Beitrag nicht mit dem Höchsten der Kommunikationskunst entsprach, da ich meinem Gegenüber letztlich sagte, er solle sich klarer ausdrücken und lernen, besser zusammen zu fassen was er meint. Er solle nicht das Opfer spielen.

Dass ich so nicht weiter komme hat etwas für sich, denn ich merke jetzt erst, wie viel Angst ich in der Diskussion habe. Ich hab versucht die Errungenschaften westlichen Gedankenguts (Aufklärung) bewusster zu machen, da sie heute vor dem Hintergrund von Kriegerischen Auseinandersetzungen, Gier und Finanzkrise gerne vergessen werden. Und ich bekomme als Antwort nur eine Erinnerung an Nationalismus, Rassismus, Imperialismus und Materialismus. Was mein Problem damit ist? Rein von der Debatte her zähle ich die Aufklärung immer noch zum Gegenpol dazu. Aber eine Ebene tiefer hab ich Angst die Diskussion zu „verlieren“. Ich hab Angst vor einem Verlust an Freiheit und Integrität. Und das immer, wenn ich mit Muslimen zu tun habe. Ich sehe nicht, wie ich integer und frei bleiben kann, sollten sich muslimische Regeln, wie sie gerne in all ihrer Strenge verstanden werden, durchsetzen. Und ich kann nicht mal genau sagen, welche Regeln. Man kann mir vorwerfen, den Islam nicht genau genug zu kennen. Das ist aber alles egal, denn meine Angst lindert es nicht. Es ist keine Angst vor dem Islam, es ist Angst um meine Integrität und Freiheit. Und die Angst, dass ich mit Muslimen nicht zusammenleben kann, während ich meine Position vertrete und meiner Perspektive auf die Welt eine Stimme geben. Dass die Konsequenz in so einer Gesellschaft der ähneln würde, die ich erlebe, wenn mein Beitrag gelöscht wird: Ohnmacht und Hilflosigkeit, die zunächst mal Wut schürt, hinter der sich wiederum Angst verbirgt.

Wie kann ich auch nur hoffen zu Frieden und Verständigung beizutragen, so lange ich nicht weiß, wie ich auch unter solchen Umständen meinen Sinn für meine Freiheit und Integrität bewahren kann? So lange es wie Verrat an meinen Werten wirkt, wenn ich mich auf die Position der anderen Seite zu bewege? Wie kann ich hoffen, dass andere, die diese Angst mit mir teilen, sich konstruktiv am Dialog der Kulturen beteiligen, wenn ihre Angst nicht gehört wird und ihre Werte der Integrität und Freiheit keinen Platz bekommen?

Barack Obama spricht von einem Empathie-Defizit, einen Mangel der Fähigkeit, eine Weile in jemandes anderen Schuhen zu gehen. Ich glaube, es ist zunächst ein Selbst-Empathie-Defizit. Denn ich kann mich nicht in jemanden hineinversetzen, wenn ich das so erlebe, als gäbe ich mich dabei auf! Als wäre das wie Selbstmord. Und ich sollte mich nicht wundern, wenn andere das auch nicht können. Dafür brauche ich Klarheit über meine Ressourcen, so dass ich großzügig mit meiner Aufmerksamkeit und meinem Verständnis sein kann, ohne dabei zu verlieren, sondern spüren kann, dass ich an Verbindung und Verbundenheit gewinne.“

Ich hab seit damals die Diskussion im StudiVZ-Forum nicht wieder aufgenommen. Ich hatte keine Lust, mich dem wieder auszusetzen. Aber wichtiger ist die Frage, was meine Position eigentlich ist. Henryk M. Broder, der SPIEGEL-Autor, hat sein Buch dazu „Hurra, wir kapitulieren!“ genannt. Damit meint er, dass die Angst, rassistisch zu sein, dazu führt, dass sich westliche Länder in Europa vom moralischen Absolutheitsanspruch des Islams überrollen lassen. Die Angst, als Rassist zu gelten, kenn ich, aber ist die Bedrohung so immanent?

Sam Harris hat in diesem TED-Auftritt dem moralischen Relativismus etwas Prägnantes entgegen gesetzt:

Sein Punkt ist, dass moralische Vorstellungen immer abhängig sind von Annahmen über die Welt, über Menschen und die Konsequenzen von Handlungen. Und dass die Erkenntnisse, die wir durch die wissenschaftliche Methode sammeln, diese Annahmen verändern. Beispielsweise kümmern wir uns nicht um einen Stein wie um eine Katze, da wir annehmen, dass eine Katze ein breiteres Spektrum an Freud und Leid erleben kann, als ein Stein. Basierend auf dieser Annahme, halten wir es für vertretbar, eine Katze zu versorgen und sie nicht gegen die Wand zu schmeißen oder dergleichen. Genau das gleiche gilt für unsere Umgangsregeln mit Menschen. Um das in Kriegsfällen zu umgehen, ist das erste was man braucht, damit Krieg überhaupt stattfinden kann, ein Feindbild, welches den Gegner zu einer leblosen Puppe reduziert. Ab da wird es tragbar, ihn oder sie umzubringen, vorher nicht.

Im Kontakt mit dem Islam seh ich bei mir das größte Problem darin, dass ich genau so einen Maßstab brauche, um meiner Position zu trauen. Also einen Maßstab, von dem ich sage, dass ich ihn universell anwende und das auch vertreten kann, ganz egal, was die kulturelle Zugehörigkeit ist. Diejenigen von euch, die mich kennen, wissen, dass ich durchaus so eine universelle Moral habe, aber es gibt Bereiche, wo ich sie nicht ganz integriert hab. Diese Sache mit dem Islam-Forum von vor einem Jahr, gehört dazu.

Besonders gefallen an Sam Harris‘ Auftritt hat mir der Satz, wer wir denn seien, zu behaupten, wir wüssten nicht genug über das, was Menschen hilft, sich zu entfalten und aufzublühen, dass wir es tolerieren, wenn Frauen (und Männer) in ihrer Ehe geschlagen werden und Väter vor Scham ihre Töchter töten, nachdem diese vergewaltigt wurden. Und ich will das nötige Selbstbewusstsein, um hier eine universelle Grenze zu ziehen, unterstützen.





Die größte Angst

23 07 2009

Was ist eure größte Angst? Ich kann euch erzählen, was meine ist. Es klingt vielleicht nicht besonders vernünftig, das in einem öffentlichen Blog zu tun. Aber ich glaub, es ist eine Angst, für deren Umgang ich nicht so sehr auf andere angewiesen bin. Oder besser, ich hab glücklicherweise Freunde gefunden, die mir dabei helfen. Außerdem motiviert mich die Vorstellung, ihr könntet sie auch in euch vorfinden, allerdings noch nicht so klar ausgedrückt. Und dann gäbe meine Offenheit einen schönen Anhaltspunkt für mehr Orientierung und innere Sicherheit.

Ich hab gemerkt, dass die einzige Angst, die ich immer wieder habe, die ist, mir nicht zu verzeihen, wenn ich was gemacht hab, was im Nachhinein nicht so toll war, wie ich zum Zeitpunkt der Entscheidung dachte. Gibt es überhaupt irgendeine andere Angst? Nun ja, natürlich kann ich in einen Banküberfall verwickelt werden, bei dem mir jemand eine Pistole an den Kopf hält. Das fänd ich wahrscheinlich nicht so prickelnd. Oder ich bin in einer Region, wo Krieg herrscht und gekämpft wird. Aber ehrlich gesagt, wenn ich das wirklich durchdenke, wovor hab ich da Angst? Vor Schmerz? Vor Tod? Vor Verlust? Sind das nicht Dinge, mit denen ich leben kann? Gut, bei Tod wird das schwierig. Aber dann wiederum… muss ich annehmen dass tot sein eine Erfahrung ist? Wenn ja, könnte das spannend werden. Wenn nein, gibt es nichts zu fürchten.

Sich nicht verzeihen können

Nein, ich glaube wirklich, dass es sich bei genauer Betrachtung auf diese eine Angst herunterbrechen lässt: Sich etwas nicht verzeihen zu können. Wenn ich in so einer gefährlichen Situation bin, kann eine kleine Handlung sehr viel ausmachen und weitreichende Konsequenzen haben. Wenn die Konsequenzen mir nicht gefallen und ich meine Handlung dafür verantwortlich mache, kann das höllisch weh tun und es regnet Scham und Schuldgefühle. Sagen wir, wenn ich beim Banküberfall mit ansehen musste, wie einer Geisel eine Kugel durch den Kopf gejagt wurde, kurz bevor ich die Situation unter Kontrolle bringen konnte. Hätte ich doch nur… Oder auf einem anderen Gebiet, wenn ich eine Frau, die mir sehr gefällt, anspreche und ich denke, dass ihr „Nein“ verhindert hätte werden können, wäre ich anders an die Sache heran gegangen. Oder noch besser, ich bin in einer Beziehung mit einer Frau, die mir viel bedeutet und ich schlafe mit einer anderen. Das kommt raus und meine Partnerin will gehen. Vielleicht bin ich auch Politiker und setze ein Gesetz durch, das sechs Monate später für Todesfälle und schwere Proteste sorgt. Oder ich bin Chirurg und ein Patient, den ich operiert habe, stirbt, nachdem ich meinen Pieper in seiner Bauchhöhle vergessen hatte. Toll wäre es momentan bestimmt auch, im Vorstand der AIG zu sitzen und zu sehen, wie mein Finanz-Plan einen Verlust von mehr als 200 Mrd. Dollar und den beinahe Zusammenbruch der Weltwirtschaft nach sich zieht. Massen von Menschen sitzen auf der Straße, verlieren ihre Arbeit und versinken im Elend. Nur weil ich versagt habe!

Wer hier nicht weiter weiß, ist psychologisch wahrscheinlich am Ende. Ohne Selbstvergebung bleibt einem da nicht viel. Das Vertrauen in das Gute in mir könnte verschwinden, oder in meine Fähigkeit, dieses Gute zum Ausdruck zu bringen. Vielleicht fange ich an zu denken, dass ich es nicht mehr verdient habe, glücklich zu sein. Oder ich werde sehr einsam, nachdem alle um mich herum entschieden haben, dass sie nicht mehr mit mir leben wollen. Wenn ich dann noch denke, dass sie Recht haben, kann ich mir auch die Kugel geben. Die Hoffnungslosigkeit ist komplett. Also, wovor könnte man überhaupt noch Angst haben, wenn nicht davor? Mir fällt nichts ein.

Damit stellt sich natürlich die Frage: Wie verzeiht man sich?

Selbstvergebung

Ich glaub für viele sieht Vergebung so aus, dass man sich nochmal eine Chance gibt. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das gehen soll, denn wenn ich mir und meine Urteil nicht mehr vertraue, wie soll das dann helfen? Genau so, wie wenn ich jemand anderem vergeben soll. Wenn ich ihm nicht traue, was soll das dann heißen? Schwamm drüber und wir fangen von vorne an? Wenn meine Partnerin mit jemand anderem schläft, ich bin entsetzt und brauche mehr Vertrauen… wie sähe Vergebung da aus?

Mein simpler Grundsatz für Vergebung lautet: Wenn ich verstehe, gibt es nichts mehr zu vergeben. So simpel das klingt, so schwer kann einem das fallen. Der Knackpunkt ist folgender: wenn ich etwas gemacht habe, was schreckliche Konsequenzen hatte, und ich bringe Verständnis auf, heißt das, dass ich es gut finde? Wenn ich meine Partnerin verstehe und nachvollziehen kann, dass sie sich dafür entschieden hat, mit ihrem besten Freund zu schlafen, bedeutet das dann, dass ich ihr das erlaube oder sie sogar noch dazu ermutigen will? Wohl kaum (jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt). Gerade weil Verständnis so oft zu Vergebung führt, haben wahrscheinlich viele Angst davor. Denn sie wollen nicht vergessen, aus den Konsequenzen zu lernen. Also, wie kann ich mir vergeben UND aus den Konsequenzen lernen?

Entscheider und Erzieher

Es hilft von zwei Funktionen in mir auszugehen: einem Entscheider und einem Erzieher. Beide Funktionen haben den Job, das Leben schöner, aufregender, angenehmer und insgesamt wunderbar zu machen. Der Entscheider hat in jedem Moment die Aufgabe, aus den bekannten Optionen und in der gegebenen Situation, das beste und schönste zu wählen. Das ist manchmal ziemlich schwierig, vor allem wenn die bekannten Wahlmöglichkeiten eingeschränkt sind. Der Erzieher schaut sich an, welche Konsequenzen die Entscheidung hatte und kommentiert das. Je nachdem, welche Umgangsform der Erzieher von meinen (externen) Erziehern gelernt hat, fällt ihm wahrscheinlich sofort auf, wenn etwas nicht den Standards entspricht. Das kann sich in einer Intuition, einem Gefühl, einem Gedanken bemerkbar machen.

Das heißt, wenn etwas schief geht, hab ich es mit zwei Perspektiven zu tun, von denen die meisten Menschen die eine vergessen. Die Erzieher-Perspektive ist die, in der die Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, die nicht von der Handlung erfüllt wurden. Also sagen wir, ich bin an einer Frau interessiert, ich frage sie, ob sie Lust hat, mit mir was trinken zu gehen und sie sagt, dass sie nicht will… dann könnte mein Erzieher mich mit Vorwürfen bombadieren wie „Was für eine blöde Idee, sie überhaupt zu fragen! Jetzt hast du sie noch belästigt! Wer bist du überhaupt, was von ihr zu wollen? Hättest du das nicht erahnen können? Außerdem, wenn du ständig auf Ablehnung stößt, muss doch was mit dir nicht stimmen…“ Das ist wahrscheinlich erstmal nicht so leicht zu verdauen. Ich glaub, viele drücken das einfach beiseite, überwältigt von der schieren Menge an Selbst-Vorwürfen. Aber der Kern der Sache ist, dass der Erzieher im Interesse meiner Bedürfnisse spricht. Und er will, dass ich diesen Bedürfnissen Aufmerksamkeit schenke, so dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie in Zukunft erfüllt werden können. Es wäre toll, wenn er mir das direkt sagen könnte, aber üblicherweise hat er das nicht gelernt. Also braucht es etwas Arbeit und Aufmerksamkeit, da heran zu kommen.

Ich könnte mir vorstellen, dass mein Erzieher mich darauf aufmerksam machen will, wie sehr es mein Leben verschönern würde, wenn ich die Nähe und Zuwendung einer Frau hätte. Und wie wichtig es da wäre, zu wissen, wie ich sie bekommen könnte. Dass ich herausfinde, wie ich das Interesse an mir wecken kann. Vielleicht auch, dass ich mir eine bessere Vorstellung davon mache, was eine Frau gerne hätte, wenn sie bei mir wäre. Also alles, was mit Intimität, Verbindung, Geborgenheit zu tun hat. Dafür steht der Erzieher ein. Dass es das im Kern ist, weiß ich dann, wenn die Gedanken und Vorwürfe aufhören. Kommen weitere, hab ich noch nicht alle Bedürfnisse verstanden. Ist es aber so weit, fühle ich mich nicht mehr schuldig, sondern vielleicht traurig oder betrübt. Aber das ist ein süßer Schmerz, weil er Hoffnung auf Besserung erlaubt. Durch das Verständnis und das Erkennen der Bedürfnisse werde ich wieder handlungsfähig. Und das kann eine große Erleichterung sein.

Soweit der Erzieher.

Wenn ich verstanden hab, was mich an den Konsequenzen meiner Handlung so beunruhigt, kommt natürlicherweise die Frage auf, wie ich denn so handeln konnte. Also, wie kam mein Entscheider auf die Idee, dass es von Vorteil wäre, es so zu machen? Das ist ja der eigentlich Schritt zur Selbst-Vergebung. Dafür ist nötig zu verstehen, welche Bedürfnisse der Entscheider im Sinn hatte und aus welcher Perspektive heraus die gewählte Handlung wirklich als die beste erschien. Hinterher ist man ja immer schlauer, also ist das nicht immer so einfach. Mein Erzieher fragt also, ob meinem Entscheider denn nicht klar war, dass ich diese Bedürfnisse nach Intimität und Verbindung habe.

Und der antwortet, dass er ja gerade dafür etwas tun wollte. Und wie gerne hätte er mehr darüber gewusst, wie das zu tun wäre. Aber in dieser Situation hatte er nur begrenzte Informationen. Ich erinnere mich z.B. an ein Mal, wo ich überlegt hab, ob ich eine Frau frage, ob sie mit mir was trinken gehen will und ich hab mir gemerkt, wie meine Perspektive aussah. Wir hatten uns in einem Sprachkurs kennengelernt und die Signale waren gemeinsames Lachen, Witze zusammen und eine Liebe für die Sprache, die wir da lernten. Könnte das Interesse bedeuten? Kann ich nicht sicher wissen, aber ich kann entscheiden, dass es genug ist, um es auszuprobieren. Also hab ich das getan. Sie sagte ja, also brauchte ich an diesem Beispiel keine Selbst-Vergebung zu üben. Aber nichtsdestotrotz hat es gut getan, ganz bewusst die Entscheidung zu fällen. Und zu wissen, wenn es nicht gut läuft, ist das auch okay.

Gute Neuigkeiten

Zusammengefasst heißt das, dass ich zum einem verstehe, was mein Erzieher beanstandet und dann zum anderen verstehe, was mein Entscheider wollte und aus welcher Perspektive heraus seine Entscheidung als die bestmögliche erschien. Wenn ich das verstanden habe, gibt es nichts mehr zu vergeben.

Das ist natürlich immer wieder ein neuer Prozess, mit jeder neuen Situation. Allerdings lernen sowohl Erzieher als auch Entscheider mit der Zeit immer besser, sich klar auszudrücken und so fällt das Verstehen immer leichter. Die Gefahr, sich für etwas nicht vergeben zu können verringert sich dementsprechend. Und damit werden Angst und Hoffnungslosigkeit zunehmend zur Seltenheit… das sind doch gute Neuigkeiten, oder nicht?